Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

Glaube und Wahrheit, Offenbarung, Zweifel, Religion, Religionskritik, Bekenntnis, Glaubensbekenntnis, was heißt das: ein Ungläubiger ?

Gleichgültig, ob jemand als Christ, Moslem oder Hindu oder umgekehrt in einer atheistischen Umgebung aufgewachsen ist, er hat bereits in seiner Kindheit bestimmte religiöse Vorstellungen in sich aufgenommen. Ein Zweifel an diesen ist vielfach undenkbar, rationale Argumente prallen ab.

Nicht nur Christen, auch zum Beispiel Mohammedaner unterscheiden zwischen „Gläubigen“ und „Ungläubigen“, wobei der Begriff Ungläubiger vielfach abwertend verwandt wird. So wird ein Gläubiger mit schlechten Charaktereigenschaften häufig sogar wesentlich höher eingeschätzt als ein sittlich hochstehender Ungläubiger. Liest man dagegen die entsprechenden Ausführungen des Jakobusbriefes (Jak 2, 14-26), so könnte man den Eindruck gewinnen, dass nicht derjenige als gläubiger Christ anzusehen ist, der mit seinem Verstand die christliche Lehre glaubt, sondern vielmehr derjenige, der die Lehre Christi befolgt, und dass dieses Befolgen als Glaube gilt.

Menschen werden also vielfach als ungläubig bezeichnet und damit negativ abklassifiziert, wenn sie den eigenen Glauben nicht teilen. So mag zum Beispiel ein Moslem den Christen oder ein Christ den Moslem als ungläubig ansehen, obwohl er durchaus an Gott glaubt und in diesem Glauben sogar viele Gemeinsamkeiten besitzt.

Wenn ich ganz genau wüsste, dass eine bestimmte Aussage von Gott stammt, dürfte es natürlich nicht den geringsten Grund geben, an diesem Wort Gottes zu zweifeln. Doch die entscheidende Frage ist die, ob das, was ich glauben soll, wirklich von Gott stammt oder lediglich von Menschen.

Ich halte es für legitim, die Worte von Menschen zu bezweifeln. Menschen mögen lügen, sie mögen sich irren. Nach längerer Zeit mag sogar ihr Erinnerungsvermögen sie täuschen. Dem „Ungläubigen Thomas“ kann ich wegen seines „Unglaubens“ keinen Vorwurf machen. Ebenso stammen die Glaubensinhalte, die uns heute vorliegen, von Menschen. Menschen waren es, die die Schriften des Alten und des Neuen Testaments oder auch des Korans niedergeschrieben haben. Menschen waren es, die diese Schriften sogar nachträglich geändert haben. Menschen waren es, die sich berufen fühlten, diese Schriften zu interpretieren. Wer gibt uns die Garantie, dass am Anfang dieser Kette wirklich das Wort Gottes gestanden hat, denn die Zeugen hierfür waren natürlich auch nur Menschen!

In diesem Zusammenhang denke ich an das bemerkenswerte Wort von Mahatma Gandhi: „Es gibt unzählige Definitionen von Gott, ich aber bete ihn nur als Wahrheit an.“

Was aber ist die Wahrheit über Gott? Natürlich gibt mir der christliche Glaube hierzu eindeutige Antworten. Dennoch aber mag hier die Frage erlaubt sein, ob diese Antworten auch wirklich der Wahrheit entsprechen. Wenn ich so frage, dann stelle ich damit nicht etwa die Wahrheit des Wortes Gottes in Frage, ich frage vielmehr, ob diese Antwort auch wirklich aus dem Munde Gottes stammt. Auf diesen entscheidenden Unterschied kann ich nur immer wieder erneut hinweisen.. Wenn ich nämlich eindeutig wüsste, dass Gott gesprochen hat, dann wäre es meines Erachtens sicher höchst unvernünftig, wollte ich an einer solchen Offenbarung Gottes zweifeln, was immer er auch gesagt hätte. Woran ich aber zweifeln kann und darf, das ist diese entscheidende Behauptung, dass nämlich eben diese sogenannte Offenbarung von Gott kommt. Kein Mensch ist ja in der Lage, mir die Richtigkeit dieser Behauptung oder die Wahrheit eben dieser Offenbarung zu garantieren. Dies könnte nur Gott selbst. Von ihm jedoch wissen wir Menschen nur aus eben dieser Offenbarung, womit dieser Kreis wieder geschlossen ist. Wenn aber diese offensichtliche Lücke bewusst ignoriert wird, dann erinnert ein solches Vorgehen daran, wie weiland der Baron von Münchhausen sich an seinem eigenen Haarschopf aus dem Sumpf zu ziehen versuchte und angeblich auch noch Erfolg dabei gehabt hat. Ein derartiges System, das seine eigene Begründung aus sich selbst schöpft, das sich gegen jegliche Korrekturversuche seitens Vernunft oder Erfahrung abschirmt, selbst hingegen mit absoluten Ansprüchen auftritt, ein solches System nennt man gewöhnlich eine Ideologie.

In unserem Leben verfallen wir recht häufig einem Irrtum. Niemand braucht derartige Irrtümer tragisch nehmen. „Irren ist menschlich.“ sagt das Sprichwort, und mancher kultiviert seine Irrtümer sogar als Wesensmerkmal für sein Menschsein. Ganz anders dagegen ist es in der Frage nach der Wahrheit über Gott. In dieser Frage darf ich mir eigentlich keinen Irrtum leisten. Diese Frage wird mir vielmehr als Scheideweg präsentiert; und nur, wenn ich richtig entscheide, so wird mir gesagt, nur dann würde ich den Weg zum ewigen Heil finden können. Aber niemand kann mir einen objektiven Maßstab an die Hand geben, wie ich diese wichtige Entscheidung treffen soll. Jeder stellt für sich lediglich die Behauptung auf, dass er und nur er allein den richtigen Weg besitze. Beweise jedoch werden mir nicht geboten.

Für den denkenden und suchenden Menschen jedenfalls bleibt nach wie vor ein unlösbares Dilemma. Einerseits werden von verschiedenen Seiten Forderungen an ihn herangetragen, er müsse an Gott glauben, und zwar natürlich haargenau an den Gott, den der Entsprechende ihm präsentiert, und er dürfe an keiner der ihm vorgetragenen Glaubenswahrheiten zweifeln. Andererseits jedoch fehlt ihm jeglicher Orientierungsmaßstab, wie er sich entscheiden soll. Besonders aussichtslos erscheint seine Situation auch noch deshalb, weil ihm gesagt wird, er müsse damit rechnen, dass er im Falle einer Fehlentscheidung sein ewiges Heil endgültig verspiele.

Dieses Dilemma ist es, das den Menschen nach der Wahrheit suchen, ja, nach der Wahrheit schreien lässt. Wenn schon nicht mehr guter Wille, frommes Leben und eine hochstehende Moral ausreichen soll, um eine derartige Fehlentscheidung auszugleichen. Wenn also mein Leben letztlich nichts anderes mehr ist, als ein besseres Lotteriespiel, ein Lotteriespiel allerdings um einen unendlich großen Einsatz. Selbst wenn der Verstand die von der einen oder anderen Religion postulierten Aussagen für höchst unwahrscheinlich halten sollte, angesichts der unendlichen Dimensionen der Drohung und Verheißung fühlt sich der Mensch aufs Höchste verunsichert.

Wo unter all den Religionen und Konfessionen soll da die eine Botschaft Gottes zu finden sein, wo es doch so viele verschiedene Zungen gibt, deren jede für sich den absoluten Anspruch erhebt, die einzige und für alle Menschen gültige Offenbarung Gottes zu verkünden. Selbst die Christen interpretieren ihre gemeinsame Offenbarung noch höchst unterschiedlich. Da liegt doch die Vermutung recht nahe, dass es in manchen, wenn nicht gar in allen Fällen lediglich Menschen sind, die angebliche göttliche Offenbarungen verkünden. Denn mir fällt es schwer, in einem solchen Lotteriespiel den Willen Gottes zu erkennen.

Die Ausführungen entstammen weitgehend den Kapiteln 1.1 und 5 meines Buches „Ein Ungläubiger bekennt seinen Glauben“.

Weltall bzw. Universum, Raum und Zeit, Ursache des Urknalls (eventuell aus einer weiteren Dimension heraus?)

Die Frage nach Gott, Geheimnis Gottes und theologische Aussagen über Gott, z.B. Allmacht, Allwissenheit (Problem der Theodizee), Gerechtigkeit, Erbsünde, Erlösung, was bedeutet vor Gott "gut" und "böse"?

Die Person Jesu, Wunder, Auferstehung, Eucharistie, Dreifaltigkeit

Glaube und Wahrheit, Offenbarung, Zweifel, Religion, Religionskritik, Bekenntnis, Glaubensbekenntnis, was heißt das: ein Ungläubiger?

Theologie, Kirche, Lehramt, Dogmen, Ketzer, das Problem der Ideologie