Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

Die Person Jesu, Wunder, Auferstehung, Eucharistie, Dreifaltigkeit

Mir blieb vielfach unklar, woher die Kirche die Aussage nimmt, dass Jesus die zweite Person Gottes sei. Liest man dagegen aufmerksam die Evangelien, so habe ich den Eindruck, dass Jesus sich selbst kaum für Gott gehalten haben könne, und dass auch die ersten Jünger nicht dieser Ansicht gewesen seien. Erst Paulus, der unter den Nichtjuden missionierte und mit dem Gedankengut des antiken Heidentums vertraut war, soll diesen Gedanken aufgebracht haben. Natürlich, in einer Welt, in der weithin Vielgötterei herrschte, in der schon lebende Menschen wie der Kaiser als Gott verehrt wurden, mochte die Bedeutung Jesu so schon etwas angehoben werden. Aber Gott zu sein im wahren Sinn dieses Wortes, trifft dies wirklich auf Jesus zu?

Natürlich wird Jesus in den Evangelien als Sohn Gottes bezeichnet. Aber es ist nicht allein Jesus, der in der Heiligen Schrift als Sohn Gottes bezeichnet wird. Bereits der Stammvater Jakob wird im Alten Testament als Sohn Gottes bezeichnet und auch das Volk Israel erhält vielfach die Bezeichnung Söhne Gottes.

Wenn also Jesus als Sohn Gottes bezeichnet wird, muss dies, so argumentiert bereits Jesus selbst, dann wirklich die Bedeutung haben, die wir dieser Aussage heute üblicherweise zumessen? Auch der Bericht von der Versuchung Jesu und der Hinweis „Christus war ohne Sünde scheint mir in keiner Weise mit der Gottheit Jesu vereinbar zu sein. Denn trotz der Menschheit Jesu scheint mir bereits seine Versuchung zur Sünde ein absoluter Widerspruch zur Gottheit Jesu zu sein, denn Sünde wäre dann ja gleichsam eine Auflehnung gegen sich selbst..

Natürlich war Jesus eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Ob er jedoch wirklich echte Wunder gewirkt hat, wird heute vielfach bezweifelt. Als Beispiel verweise ich auf die Totenerweckungen, die von den Evangelien beschrieben werden. Hierbei fällt auf, dass jeder der vier Evangelisten genau von einer Totenerweckung berichtet, jeder jedoch von einer anderen. Natürlich wiederholen Matthäus und Lukas zusätzlich noch die von Markus  berichtete Erweckung der Tochter des Jairus. Aber dies liegt einfach daran, dass Matthäus und Lukas das Markusevangelium als Vorlage genommen haben. Wenn Jesus wirklich diese vier Totenerweckungen gewirkt hat, so sollte man doch wohl annehmen, dass jeder der vier Evangelisten nicht nur über eine, sondern über alle vier berichtet hätte.

Hinzu kommt noch, dass gerade die ältesten Schriften des Neuen Testamentes überhaupt nichts über derartige Totenerweckungen berichten. So befasste sich Paulus im ersten Korintherbrief ausführlich mit der Frage, ob Tote überhaupt wieder auferstehen können. Diese Möglichkeit war nämlich von einigen Christen (!) geleugnet worden. Aber selbst Paulus erwähnt keine dieser Totenerweckungen, sondern beruft sich lediglich auf den auferstandenen Jesus.

Aber gerade über diese Auferstehung Jesu von den Toten können uns die Schriften des Neuen Testamentes leider nur das eine wirklich verbürgen, dass nämlich die ersten Christen an diese Auferstehung geglaubt haben. Ob diese Auferstehung jedoch eine Tatsache war, ob sie tatsächlich stattgefunden hat, das lässt sich aus dem Zeugnis der Heiligen Schrift nicht mit Sicherheit entnehmen. Es gibt sogar Theologen, die der Botschaft von der Auferstehung schwere Bedenken entgegenbringen, der Botschaft Jesu als Ganzes jedoch aufgeschlossen gegenüberstehen.

Wie gewiss aber kann ich dessen sein, dass diese Auferstehung Jesu von den Toten tatsächlich stattgefunden hat? Zur historischen Deutung der Evangelien verweise ich zunächst auf das damalige Umfeld. Wunder, Auferstehung und sonstige übernatürliche Ereignisse waren dem damaligen Umfeld keineswegs fremd. Solches wurde nicht nur von Jesus, es wurde auch von anderen Personen berichtet, so von Attis, Osiris, Apollonius, Dionysos und anderen. Derartige Wunder einfach zu erfinden, wo sie gar nicht stattgefunden hatten, galt durchaus nicht als unehrenhaft, man glaubte es vielmehr seinem jeweiligen Idol geradezu schuldig zu sein, es durch derartige Ausschmückungen über andere Idole hinauszuheben. Es war gängige Praxis. Warum also soll es bei Jesus und seinen Anhängern anders gewesen sein? Man darf durchaus fragen.

Bei der Beschreibung der Ereignisse, die sich um die Auferstehung Jesu ranken, sind die Widersprüche bei den einzelnen Evangelisten besonders krass. Diese Widersprüche sind umso peinlicher, als sie doch den Gedanken aufkommen lassen, dass diese Berichte glatt erfunden seien. Natürlich, wenn diesen Berichten von der Auferstehung Jesu von den Toten kein reelles Geschehen zugrundegelegen hätte, dann wäre es nur zu natürlich, dass ein jeder der Berichterstatter hierüber etwas anderes erzählt.

Selbst das Sakrament der Eucharistie ist schon in Verdacht geraten, auf Paulus zurückzugehen, der diese Idee aus heidnischen Mysterienkulten entlehnt hätte. Im Neuen Testament wird zwar von allen vier Evangelisten bezeugt, dass Jesus mit seinen Jüngern das sogenannte Abendmahl gehalten hat. Unklar jedoch bleiben für mich die näheren Umstände. Markus, der älteste Evangelist, und auch Matthäus sprechen in ihrem Evangelium nur von einer einzigen Eucharistiefeier, eben von derjenigen, die Jesus mit seinen Jüngern gehalten hatte. Von einem Auftrag Jesu, diese Feier zu wiederholen, was in diesem Zusammenhang ja doch das Wesentliche wäre, vermerken diese beiden Evangelisten kein Wort. Der Evangelist Johannes beschreibt das Abendmahl sogar am ausführlichsten. Sein Bericht über das Abendmahl ist fast dreimal so umfangreich wie die Berichte der drei übrigen Evangelisten zusammengenommen. Er aber erwähnt von der eigentlichen Eucharistiefeier nicht ein einziges Wort. Nur Lukas als einziger unter den Evangelisten spricht davon, dass Jesus nicht nur die Eucharistie mit seinen Aposteln gefeiert habe, sondern dass er darüber hinaus auch noch ihnen gegenüber geäußert haben soll: „Tut dies zu meinem Andenken.“, was in der Kirche als die Einsetzung des Sakramentes der Eucharistie gilt.

Nun habe ich Lukas nicht gerade als den verlässlichsten der Zeugen angesehen. In seinen Schriften ist nämlich eine Anzahl von Widersprüchen enthalten. Auch ist es Lukas, der in seiner Apostelgeschichte ausführlich von Paulus berichtet, denn zwei Drittel der Apostelgeschichte handeln von Paulus. Und Paulus war es auch gewesen, der lange vor Abfassung der Evangelien als Erster über die Einsetzung der Eucharistie berichtet, wenn auch nur in einem einzigen seiner vielen Briefe. Dabei war Paulus nun wirklich kein Augenzeuge. Aber selbst Paulus denkt möglicherweise weniger an eine reelle Wandlung des Brotes und Weines in Jesu Leib und Blut, wie es die Kirche heute versteht. Vielmehr ging es hierbei anscheinend immer noch um ein der körperlichen Sättigung dienendes Mahl, wie besonders die nachfolgenden Verse zeigen (1 Kor 11, 33-34). Die Vorstellung von der reellen Verwandlung des Brotes und des Weines in Jesu Leib und Blut wurde überhaupt erstmals von einer gnostischen Sekte, also von sogenannten Ketzern, entwickelt. Sie wurde von dem Kirchenvater Irenäus, dem Vater der katholischen Dogmatik, etwa um das Jahr 200 noch aufs schärfste verdammt. In der Folge wurde noch Jahrhunderte über diese Frage gestritten. Erst im Jahre 1215 wurde diese ehemalige Irrlehre auf dem vierten Laterankonzil unter Papst Innozenz III zum Dogma erhoben.

Die Ausführungen entstammen weitgehend den Kapiteln 5.4 und 6.4 meines Buches „Ein Ungläubiger bekennt seinen Glauben“.

 

Weltall bzw. Universum, Raum und Zeit, Ursache des Urknalls (eventuell aus einer weiteren Dimension heraus?)

Die Frage nach Gott, Geheimnis Gottes und theologische Aussagen über Gott, z.B. Allmacht, Allwissenheit (Problem der Theodizee), Gerechtigkeit, Erbsünde, Erlösung, was bedeutet vor Gott "gut" und "böse"?

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Glaube und Wahrheit, Offenbarung, Zweifel, Religion, Religionskritik, Bekenntnis, Glaubensbekenntnis, was heißt das: ein Ungläubiger?

Theologie, Kirche, Lehramt, Dogmen, Ketzer, das Problem der Ideologie