Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

Weltall bzw. Universum, Raum und Zeit, Ursache des Urknalls(eventuell aus einer weiteren Dimension heraus ?)

Zeit ist nicht gleich Zeit.
Es gibt die Zeit, die Physiker messen können, und das ist eine enorm wichtige Größe, aber es gibt auch die Zeit an sich.
Beide müssen nicht miteinander übereinstimmen.
Physiker kennen sogar einen Anfang der Zeit, den sie mit dem Augenblick des Urknalls gleichsetzen.
Doch was war vorher?

Wenn Physiker die Zeit als relativ betrachten, kann ich mich dem nicht uneingeschränkt anschließen. Sie haben zwar festgestellt, dass in unterschiedlichen Systemen die physikalischen Vorgänge schneller beziehungsweise langsamer ablaufen. Dies ist ein physikalischer Effekt, den man messen kann, wenn auch mit erheblichem Aufwand. Für mich bedeutet dies jedoch lediglich, dass in diesen Systemen die Zeit unterschiedlich schnell zu vergehen scheint. Nicht die Zeit ist unterschiedlich, der Maßstab zur Messung der Zeit ist es. So wie ein Zentimetermaß sich bei steigender Temperatur ausdehnt und länger wird und somit nicht mehr die tatsächliche Länge korrekt misst, so ähnlich stelle ich mir dies auch mit der Zeitmessung vor.

Für mich stand und steht es zunächst einmal fest, dass es für jeden Zeitpunkt ein „vorher“ und ein „nachher“ gibt. Dem stehen auch die physikalischen Gesetze und Beobachtungen nicht entgegen. Bei aller Relativität, der die Zeit ausgesetzt sein mag, bedeutet diese eine Voraussetzung, dass es eine Ewigkeit gibt, die sich sowohl in die Vergangenheit wie auch in die Zukunft in eine Unendlichkeit erstreckt. Eine Begrenzung der Zeit ist für mich nicht vorstellbar, weder in der Vergangenheit ein Anfang noch in der Zukunft ein Ende der Zeit.

Wenn Theologen behaupten, für Gott gäbe es die Zeit nicht, Gott stünde außerhalb der Zeit, so mag dies eine interessante Deutung sein, ein Gleichnis, mit dem etwas über die Unbegreiflichkeit Gottes gesagt wird. Aber auch in diesem Punkt bin ich der Meinung, dass wir uns hüten sollten, Aussagen über das Wesen Gottes zu machen. Wer solche Aussagen macht, erweckt in meinen Augen fast den Eindruck, er wüsste genau, wie Gott aussieht oder wie er beschaffen ist.

Einen Anfang der Zeit kann ich mir nicht vorstellen, denn ich würde sogleich fragen: „Was war denn vor diesem Anfang?“ Ebenso wenig kann ich mir ein Ende der Zeit vorstellen, denn sogleich käme die Frage: „Was folgt denn danach?“ Und nicht erst mit der Antwort, nein bereits mit der Frage wäre die jeweilige Begrenzung aufgehoben.

Natürlich gilt für den Raum das gleiche, sofern man nicht den absolut leeren Raum aus der Betrachtung ausschließt. Auch der Raum kennt keine Grenze, denn ich würde sogleich fragen: „Was liegt denn hinter dieser Grenze?“ Und auch hier wäre die Begrenzung nicht erst mit der Antwort, sondern bereits mit der Frage aufgehoben. Mit einer solchen Feststellung wird noch nicht behauptet, dass der Raum, wie wir ihn kennen, unendlich sei. Eine Endlichkeit des Raumes würde jedoch auf eine weitere Dimension des Raumes hindeuten, ähnlich wie auch die Erdoberfläche keine Grenze kennt, dennoch jedoch nicht unendlich ist.

Erst an zweiter Stelle setze ich das Prinzip der Kausalität voraus. Was auch immer geschieht, wird oder wurde von etwas anderem verursacht. Wenn also in der Physik und Astronomie üblicherweise angenommen wird, dass unser Universum punktförmig in einem sogenannten Urknall entstanden sei und sich seitdem unaufhörlich ausdehnt, so muss meines Erachtens auch dieser Urknall von irgend etwas anderem verursacht worden sein. Hier stellt sich sogleich die Frage, woher denn dieses punktförmige Etwas seine Existenz hergenommen hat und was denn zeitlich vor diesem Ereignis gewesen ist.

Wenn ich auf diese Frage eine Antwort finden will, muss ich hierbei berücksichtigen, dass es unterschiedliche Weltanschauungen gibt. Die meisten Menschen glauben an die Existenz Gottes, andere lehnen dies ab. Daher muss die Antwort versuchen, beide Positionen zu berücksichtigen.

Natürlich kann man hierauf eine theologische Antwort geben, Gott habe dieses punktförmige Etwas geschaffen. Aber wenn in dieser Weise nicht mehr nach einer physikalischen Ursache gefragt wird, dann mag man ebenso gut auch annehmen, Gott habe das Universum in erdgeschichtlicher Zeit gleichsam im fertigen Jetztzustand geschaffen, beispielsweise vor zehntausend oder hunderttausend Jahren. Die eine Annahme ist nahezu ebenso gut wie die andere und durch nichts zu widerlegen.

Es ist sicher nicht auszuschließen, dass Gottes Wirken bei diesem Urknall eingesetzt hat. Aber ebenso gut kann ich mir das Wirken Gottes zu jedem anderen Zeitpunkt vorstellen, vor dem Urknall ebenso wie nach demselben. Schon früher hat man geglaubt, die Erde in den Mittelpunkt des Universums stellen zu können. Nicht viel anders mag es zu beurteilen sein, wenn man sich auf das uns bekannte Universum beschränken will. Natürlich kann und will ich nicht ausschließen, dass die Schöpfung Gottes bei eben diesem Urknall eingesetzt hat. Mir ging es jedoch zunächst um die Frage, ob auch eine Erklärung für den Fall zu finden ist, wenn der Urknall nicht als der ursprüngliche Schöpfungsakt Gottes anzusehen ist, und wie eine solche Erklärung auszusehen habe.

Ich habe also nach einer physikalischen Ursache gesucht. Als physikalische Ursache habe ich in meiner Vorstellung nur eine einzige finden können. Ich kam zu der Überzeugung, dass für diesen Fall unser dreidimensionaler Raum mindestens noch in eine vierte räumliche Dimension eingebettet sein muss. Ich betone ausdrücklich „vierte räumliche Dimension“, denn vielfach wird bereits die Zeit als vierte Dimension betrachtet. Sie wäre in dieser Vorstellung jedoch dann die fünfte Dimension.

Da unser Verstand sich diese vierte räumliche Dimension nicht vorstellen kann, habe ich einen Vergleich herangezogen, der in anderem Zusammenhang schon vielfach benutzt wurde. An Stelle unserer dreidimensionalen Wirklichkeit habe ich mir eine zweidimensionale Welt vorgestellt, realisiert auf einer ebenen Fläche. Ich nahm an, dass ein zweidimensionales Wesen nur diese zweidimensionale Welt erkennen könne. Wenn nun von oben, also aus der dritten Dimension, ein Tropfen Öl herabfällt, bildet dieser Tropfen Öl eine Art Urknall, der sich in den zwei Dimensionen nach allen Seiten ausbreitet. So ähnlich denke ich mir die Entstehung unseres Universums aus einer höheren Dimension heraus. Ich postuliere also die Existenz einer vierten räumlichen Dimension, weil ohne eine solche für mich das Phänomen des Urknalls nicht vorstellbar ist.

Die Vorstellung einer vierten räumlichen Dimension soll man nicht als abwegig betrachten. So konnte ich sogar von ernstzunehmenden Physikern lesen, die ein Weltbild mit zehn oder elf Dimensionen propagieren. Natürlich schließe ich weitere Dimensionen nicht grundsätzlich aus, ich sehe jedoch bisher keine Veranlassung, solche anzunehmen.

Wenn man den Gedanken und Schlussfolgerungen bis hierher folgt, dann mag man feststellen, dass die eigentlichen Probleme an dieser Stelle überhaupt erst beginnen.

Wenn man versucht, die Welt, das Universum, den Kosmos in seiner Geschichte und in seinem Wirkmechanismus zu verstehen oder zum mindesten sich verständlich zu machen, so stößt man immer wieder auf das gleiche Problem, den Begriff der Ewigkeit, der sowohl in der Vergangenheit wie auch der Zukunft in jeder Hinsicht unbegrenzten Zeit. Gleichgültig, ob ein Mensch an Gott glaubt und diesen Glauben in seine Überlegungen mit einbringt, oder ob ein anderer das Problem ohne Gott zu lösen versucht, für mich bleiben die Antworten unbefriedigend.

Bei einer Überlegung, die die Existenz und einen Eingriff Gottes ausschließt, stellt sich die Frage, wieso in der unendlichen Zeit der Vergangenheit nicht bereits jegliches Geschehen, jegliche Veränderung längst in unendlichen Urzeiten zu Ende gekommen ist.

Wenn ich jedoch die Grenzen des rein Materiellen überschreite und das Handeln Gottes in meine Überlegung mit einbeziehe, komme ich zu erstaunlichen Schlussfolgerungen. Es erscheint mir nämlich unvorstellbar, dass Gott nach unendlichen Zeiten sich plötzlich entschlossen hätte, das Universum zu erschaffen. Denn in einem unendlichen Zeitstrom gibt es keinen markanten Punkt, an dem dies hätte geschehen können.

Als einzige Alternative erscheint mir ein seit ewigen Zeiten mehr oder weniger gleich bleibender Zyklus von Ereignissen, bei der Gott seit Ewigkeit ein Universum nach dem anderen und folglich auch ein Menschengeschlecht nach dem anderen erschaffen hätte und in Ewigkeit weiter erschaffen würde. Hiermit ist natürlich nicht gemeint, dass die freie Entscheidung Gottes irgendwie eingeschränkt wäre, dass also das Handeln Gottes zu irgend einem Zeitpunkt bereits vorbestimmt wäre, nur um einem Zyklus zu genügen. Vielmehr bedeutet es nicht mehr und nicht weniger, als dass angesichts der unendlich langen Vergangenheit nahezu jede heutige Situation bereits mehrfach, genau genommen unendlich oft vorhanden gewesen wäre.

Schwierig wird es, wenn man daran denkt, dass der Mensch eine unsterbliche Seele besitzen soll, wie es die Religion behauptet. Hier fallen mir nur drei Möglichkeiten ein, wie ich mir dies erklären kann.

Entweder ist jeder Mensch einmalig und besitzt eine unsterbliche Seele. Hieraus folgt, dass die Anzahl dieser Menschen bzw. ihrer Seelen tatsächlich im mathematischen Sinne unendlich ist. Natürlich gibt es innerhalb dieser unendlichen Anzahl zu jedem einzelnen Menschen auch eine unendliche Vielzahl anderer Menschen mit gleichen Eigenschaften und gleichem Lebenslauf. Der mathematische Begriff der Unendlichkeit erfordert dies nahezu zwangsläufig. Ich erspare es mir, die Folgerungen eines solchen Gedankenganges im Einzelnen auszumalen.

Ein ganz anderer Ansatz ergibt sich, wenn man auf die Idee der Wiedergeburt zurückgreift. Dies würde bedeuten, dass der Mensch zwar eine unsterbliche Seele besitzt, dass diese aber auch in der Vergangenheit bereits seit ewigen Zeiten existiert hat und in immer neuen Wiedergeburten bis in Ewigkeit weiterlebt.

Die einfachste Lösung erhält man, wenn man die Vorstellung einer unsterblichen Seele aufgibt. Man mag durchaus konzidieren, dass die menschliche Seele nach dem Tode mehrere Tausend, Millionen, Milliarden oder noch mehr Jahre lebt, ausreichend für eine Zeit der Vergeltung in Himmel oder Hölle, für menschliche Vorstellungen wirklich wie eine Ewigkeit, nur eben nicht im mathematischen Sinne.

Gleichgültig, welchen Gedankengang jemand bevorzugt, ob mit oder ohne höhere Dimensionen, ob mit oder ohne Gott, ob mit oder ohne unsterbliche Seele des Menschen, am Ende bleibt ein großes Fragezeichen.

Die Ausführungen entstammen weitgehend dem Kapitel 9 meines Buches „Ein Ungläubiger bekennt seinen Glauben“.

Weltall bzw. Universum, Raum und Zeit, Ursache des Urknalls (eventuell aus einer weiteren Dimension heraus?)

Die Frage nach Gott, Geheimnis Gottes und theologische Aussagen über Gott, z.B. Allmacht, Allwissenheit (Problem der Theodizee), Gerechtigkeit, Erbsünde, Erlösung, was bedeutet vor Gott "gut" und "böse"?

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