Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

3.6.2 Dame und Mühle

Dame und Mühle sind zwei klassische Spiele, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. In Spielesammlungen stehen aber üblicherweise die Spielpläne für Dame und Mühle auf dem gleichen Spielbrett, einer auf der Vorder- und einer auf der Rückseite. Außerdem werden für beide Spiele zumeist die gleichen Spielsteine benutzt, die anderweitig nur wenig Verwendung finden. Auch sind beides reine Strategie- bzw. Taktikspiele für zwei Personen und auch der Schwierigkeitsgrad ist ähnlich. Daher hat sich vielfach die Ansicht gebildet, dass Dame und Mühle irgendwie zusammengehören.

Der Spielplan für Dame ist identisch mit dem für Schach. Allerdings wird bei Dame nur auf den Feldern einer Farbe gespielt. Jeder Spieler erhält 12 Spielsteine seiner Farbe, die er auf den 12 Feldern der ersten drei Reihen aufstellt. Gespielt wird mit diesen Steinen ausschließlich vorwärts je ein Feld. Steht unmittelbar vor einem eigenen Stein ein gegnerischer und ist das Feld dahinter frei, muss er übersprungen und geschlagen, das heißt, aus dem Spiel genommen werden. Kann von dort weitergesprungen werden, muss auch das geschehen. Ein Stein, der die Pflicht, zu springen, unterlässt, kann ersatzlos vom Brett genommen werden.

Ein normaler Spielstein, der die gegenüberliegende Grundlinie erreicht, wird zur Dame. Um dies zu kennzeichnen, werden zwei normale Spielsteine aufeinander gelegt. Die Dame kann vorwärts wie rückwärts laufen. Beim Überspringen einzelner gegnerischer Steine zum Schlagen derselben braucht sie zuvor nicht unmittelbar davor stehen und ebenfalls nicht unmittelbar dahinter landen. Natürlich ist auch für die Dame das Schlagen ebenso Pflicht wie das Mehrfachschlagen. Gewonnen hat der Spieler, dem es gelingt, alle Steine seines Gegenspielers zu schlagen. Häufig jedoch ist dies keinem der beiden Spieler möglich und die Partie endet unentschieden. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn beide Spieler nur eine Dame und keine anderen Steine mehr besitzen.

Der Spielplan für Mühle besteht aus drei unterschiedlich großen Quadraten, die alle den gleichen Mittelpunkt haben. 12 Spielfelder liegen auf den Eckpunkten dieser Quadrate und 12 weitere jeweils auf der Mitte der Seiten. Letztere sind nicht nur mit den Feldern auf den benachbarten Eckpunkten, sondern auch mit den benachbarten Feldern auf den Seiten verbunden. So haben die 12 Felder auf den Eckpunkte jeweils nur zwei Verbindungen, die 8 Felder auf den Seiten des größten und kleinsten Quadrates je drei Verbindungen und nur die 4 Felder auf den Seiten des mittleren Quadrates vier Verbindungen.

Für die erste Phase des Spieles erhält jeder Spieler 12 Steine seiner Farbe, die abwechselnd auf beliebige Felder gesetzt werden. Sobald es einem Spieler gelingt, eine sogenannte Mühle zu erhalten, darf er einen Stein des Gegenspielers vom Brett nehmen. Dieser Stein darf übrigens nicht aus einer Mühle oder Zwickmühle genommen werden, es sei denn, andere Steine sind nicht vorhanden. Eine Mühle besteht aus drein Steinen, die nebeneinander auf der gleichen Linie liegen. Entweder liegen die drei Felder also auf einer Seite eines der Quadrate oder auf der Verbindungslinie der Seitenmitten. Der Begriff der Zwickmühle wird bei der Beschreibung der zweiten Spielphase erläutert.

Wenn beide Spieler ihre 12 Steine gesetzt haben, beginnt die zweite Phase des Spieles. Der Spieler, der jeweils an der Reihe ist, setzt einen seiner Steine über eine der oben genannten Verbindungslinien auf ein freies benachbartes Feld. Wenn es ihm hierbei gelingt, eine Mühle zu bekommen, darf er wieder nach den oben genannten Regeln einen Stein des Gegenspielers vom Brett nehmen. Wenn es ihm gelingt, eine Konstruktion zu erstellen, bei der er durch Hin- und Herbewegen desselben Steines jedes Mal eine Mühle errichtet, so bilden alle Steine dieser Konstruktion eine sogenannte Zwickmühle.

Sobald einer der beiden Spieler nur noch drei Steine hat, darf er springen, das heißt einen Seiner Steine in einem Zug auf ein beliebiges Feld setzen. Sobald ein Spieler jedoch nur noch zwei Steine hat, hat er verloren, denn zwei Steine können keine Mühle bauen. Ein Spieler verliert übrigens auch dann, wenn er nicht mehr setzen kann.

Wenn übrigens in der ersten Spielphase keiner der beiden Spieler eine Mühle gebaut hat, sind mit den 24 gespielten Steinen alle 24 Felder belegt, so dass keiner der beiden Spieler ziehen könnte. Hat dann tatsächlich der Spieler, der am Zug ist, verloren?