Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

3. Spielefamilien

Einige Spiele haben sich wegen ihrer besonderen Bedeutung, besonders in pädagogischer Sicht, zu sogenannten Spielefamilien etabliert. Als Spielefamilien verstehe ich solche Spiele, bei denen formell identische Spiele mit gleicher Struktur und gleichen Spielregeln durch unterschiedliche Einkleidung und Thematik zu verschiedenen Spielen werden.

Insofern unterscheiden sich Spielefamilien von den im nächsten Kapitel (Kapitel 12.) behandelten sog. „Klassischen Spielen“, als bei den „Klassischen Spielen“, die ebenfalls häufig eine große Variationsbreite aufweisen, diese Variationsbreiote die Struktur und die Spielregeln selbst betreffen. Natürlich sind in beiden Fällen gegenseitige Übergänge zu beobachten, doch meist überwiegt eines der beiden Kriterien.

Die bei weitem wichtigsten Spielefamilien sind Lotto, Domino und Memory. Lotto ist in seiner Grundversion ein reines Glücksspiel. (vgl. Abschnitt 11.1) und wurde für die jüngste Altersstufe (ab 3 – 4 Jahre) konzipiert. Domino enthält neben einer überwiegenden Zufallskomponente bereits eine gewisse Kombinationskomponente (vgl. Abschnitt 11.2) und entspricht der nächsten Altersstufe (ab 4 Jahre). Memory hingegen spricht hauptsächlich das Gedächtnis an und eignet sich besonders für die nächste Altersstufe (ab 5 Jahre). Für die Entwicklung eines Kindes sind diese drei Spielefamilien als unentbehrlich zu betrachten.

Mastermind steht etwa in der Mitte zwischen den Spielefamilien und den sog. „Klassischen Spielen“ und wurde hauptsächlich deshalb den Spielefamilien zugeordnet, will es ein noch sehr junges Spiel ist und daher natürlich nicht als klassisch gelten kann. Altersmäßig ist es etwa ab einem Alter von 10 Jahren anzusetzen und gehört eigentlich zu den Erwachsenenspielen, wenngleich natürlich diese Trennung nicht derart scharf gezogen werden darf.

Unter den sonstigen Spielefamilien ist vor allem noch das Puzzle zu nennen, das es sowohl in kindgemäßen Ausführungen und mit nur wenigen Teilen, als auch in Ausführungen für Liebhaber mit mehreren tausend Teilen gibt.

3.5.1 Lotto

Lotto ist sozusagen der Prototyp einer Spielefamilie. Kaum ein Spielehersteller, der in seinem Programm nicht auch Lotto-Spiele führt. Ein großer Hersteller führt in seinem Programm ca. 20 verschiedene Lottospiele.

Schwerpunkt des Lottospieles ist die frühe Kindheit. Ein Lotto wird in der Regel bereits in einem Alter von 3 – 4 Jahren, besonders gestaltete Spiele sogar ab 2 Jahren empfohlen. Daneben gibt es natürlich auch Spiele, die erst für das beginnende Schulalter oder gar speziell für Erwachsene gedacht sind.

Lotto ist in seiner Grundkonzeption ein Glücksspiel. Derjenige Spieler sollte normalerweise gewinnen, bzw. als erster fertig sein, dessen Karten zuerst gezogen werden. Bereits diese formelle Seite kommt den Fähigkeiten des Kleinkindes entgegen, das bei einer anderen formellen Struktur kaum konkurrenzfähig wäre. Gleichzeitig wird jedoch zugleich das Gefühl vermittelt, nicht vom Zufall abzuhängen, sondern den Erfolg durch eigene Fähigkeiten erzielt zu haben, da die gezogenen Karten von ihm als eigene erkannt werden müssen. Schließlich noch, und das ist besonders wichtig, werden in spielerischer Form vorhandene Fähigkeiten des Kindes trainiert und entwickelt. Und nicht zu vergessen: Kinder mögen diese Spiele.

Wieviele verschiedene Lottospiele sollte ein Kind haben? Diese Frage stellt sich immer wieder an Eltern, die doch für ihr Kind das Beste wollen. In diesem Zusammenhang kann man das Lottospiel mit einem Buch vergleichen. In seiner äußeren Struktur sind alle Bücher gleich, sie unterscheiden sich erst durch ihren Inhalt. Ebenso ist es auch mit den Lottospielen, die sich ebenfalls nur durch ihre unterschiedliche Thematik unterscheiden. Wenn man mehr an die Breite des Lernspektrums denkt, würde sich eine größere, denkt man an die Lerntiefe, würde sich eine kleinere Anzahl empfehlen. Viel wichtiger jedoch als dieser, vom Lernobjekt getragene Gesichtspunkt, ist die Beobachtung des Lernsubjekts, nämlich des Kindes. Hier steht, besonders beim Kleinkind, die persönliche Beziehung des Kindes zu dem Spiel im Vordergrund. Daher empfiehlt es sich zunächst, sich auf nur ein Lottospiel zu beschränken, das dem Kind vertraut werden soll, bei mehreren Kindern natürlich möglichst jedem sein eigenes. Erst dann, wenn sich das Kind von dem Spiel allmählich distanziert, sollte das nachlassende Interesse durch Abwechslung wieder angefacht werden. Hier kommt es auf eine entsprechende Beobachtung durch die Eltern an, um gegebenenfalls den geeigneten Zeitpunkt zu finden.

Diese Überlegungen gelten für die normalen Bilder-Lottos, die für die frühe Kindheit gedacht sind. Andere Kriterien siond für die kombinierten Lottospiele, die für das beginnende Schulalter gedacht sind, zu finden. Diese Lottos sind nicht mehr untereinander austauschbar, sondern dienen ganz konkreten Intentionen. Ein Lese-Lotto, ein Rechenlotto, ein Kombinations-Lotto und ein Gräusche-Lotto (in Verbindung mit einem Tonträger) sind eben nicht untereinander austauschbar. Zu dieser Gruppe gehören auch sogenannte Konzentrations-Lottos, bei denen sich verschiedene bIlder nur durch einzelne Details unterscheiden, sowie Lottos mit mengentheoretischem Hintergrund, meist auf Formen und Farben basierend. All diese Lottos sind entsprechend den individuellen Intentionen auszuwählen. Im Gegensatz zu den einfachen Bilder-Lottos bedeutet hier ein größeres Spektrum unterschiedlicher Lottos ein echtes Mehr für die Kinder, sowohl in Hinblick auf bestimmte Lernziele als auch für die Spielfreude des Kindes.

Ein Lotto, das speziell für Erwachsene gedacht ist und besonders in Italien und Amerika sich großer Beliebtheit erfreut, ist das Spiel Bingo. An diesem Spiel, das zum Teil einfacher ist als manche Lottos für Kinder, werden im folgenden die Regeln des Lottospieles erläutert. Diese Regeln bilden jedoch nur dasäußere Korsett. Wesentlich für die pädagogische Beurteilung der einzelnen Lottospiele ist der eigentliche Inhalt, der gerade bei Bingo ja für Erwachsene gedacht ist, keine besondere Rolle spielt. Daher wird im folgenden eine kleine Auswahl von Lottospielen für Kinder angeführt.

Bilder Lottos: Lottino (2 Jahre), Bambino-Lotto, Biene Maja Lotto, Bilderlotto, Heidi Lotto, Kinderlotto, Lotto 1 (2, 3 usw.), Mein erstes Lotto, Naturlotto, Pinoccio Lotto, Sandmännchen Lotto, Schlumpf-Lotto, Tierlotto, Zoo-Lotto (3 Jahre), Arche Noah, Einkaufslotto, Märchenlotto, Mickey-Mauslotto, Tierbabys-Lotto, Tiere aus aller Welt, Tierkinder-Lotto (4 Jahre), Blumen-Lotto, Verkehrs- und Technik-Lotto (6 Jahre) und viele andere.

Kombinierte Lottos: Colorama, Farben und Formen (3 Jahre), Das neue Lotto, Erstes Rechnen, Kombi-Lotto, Schauen und Finden, Symmetrix, Wir lesen (4 Jahre), Colormix, Differix, Hör – was ist das?, Schau genau, Sprechlernspiele, Wortspiele sprich genau – hör genau (5 Jahre), Leselotto, Lustiges 1 x 1, Märchen 1 x 1, Rechenlotto (6 Jahre), Flaggen und Länder (10 Jahre) und viele andere.

  1. Tafel mit 15 Zahlen und 12 Leerfeldern. Zahl ausrufen, wer sie hat, darf sie bedecken.
  2. Rechenlotto: wie a), jedoch werden Rechenaufgaben aufgerufen
  3. Reimelotto Reimanfang aufrufen, auf Feldern steht die Fortsetzung
  4. Sprichwortlotto Anfang des Sprichworts aufrufen, auf Feldern steht die Fortsetzung
  5. Bilderlotto Bild und gleiches Bild auf Tafel
  6. Vexierlotto nur Zahlen 12 bis 90, jedoch ohne Zehner. 32 aufgerufen bedeutet 23 usw.