Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

3.3.3 Mechanische Einflüsse

Text

3.3.3a Orion

Hersteller: Parker
Alter: nicht angegeben
Teilnehmerzahl:unterschiedlich für die Einzelspiele
Spieldauer: nicht angegeben
Spielprinzip: Verwendung von mechanischen Drehknöpfen

Orion ist mehr als ein einzelnes Spiel, es ist ein umfangreiches Spielsystem. Charakteristisch für Orion ist das außergewöhnlich gestaltete Spielbrett. Auf diesem Spielbrett befinden sich 25 Drehknöpfe, in 5 Reihen zu je 5 Drehknöpfen angeordnet. Um jeden dieser 25 Drehknöpfe verläuft eine Kreisbahn, auf der 4 ovale Spielfelder angeordnet sind. Beim Drehen eines Drehknopfes drehen sich die 4 Spielfelder mit. Insgesamt enthält das Spielbrett 60 solche Spielfelder: 40 innere, die je 2 Drehknöpfen zugeordnet sindund durch sie bewegt werden können, und 29 äußere, die jeweils nur einem Drehknopf zugeordnet sind und nur durch ihn bewegt werden können. Zum Spiel gehören ferner 80 Spielsteine, in jeder von 4 Farben 20 Steine, jeweils von 1 bis 20 durchnumeriert. Die Steine können in die Spielfelder eingelegt werden und bewegen sich bei einer Drehung der entsprechenden Drehknöpfe automatisch mit den Spielfeldern. Jeweils nach einer Vierteldrehung rastet der Drehknopf mit einem hörbaren Klick ein. Ein solcher Klick ist ein einzelner Schritt eines Spielzuges. Zu einem vollen Spielzug gehören bei den meisten Spielen 3 solche Klicks, die mit unterschiedlichen Drehknöpfen vorgenommen werden können, jedoch den gleichen Stein bewegen müssen.Bei den meisten Spielen besteht die Möglichkeit, statt eines Dreier-Klicks die Zahl der Klicks mit dem zum Spiel gehörenden Spezialwürfel auszuwürfeln. Da der Würfel jedoch die Augenzahlen 1, 2, 2, 3, 4 und 5 enthält, wird die Benutzung des Würfels im Durchschnitt eine ungünstigere Augenzahl ergeben als der Standardzug mit 3 Klicks, nämlich 3,85 Klicks. Sowohl beim Standardzug wie auch beim erwürfelten Zug kann der Spieler auf einen Teil der ihm zustehenden Klicks oder auch auf den ganzen Zug verzichten. Bemerkenswert ist der Effekt, dass bei den einzelnen Zügen sich nicht nur die Position des gezogenen Steines verändert, sondern darüber hinaus weitere beträchtliche Veränderungen der Stellug möglich sind, da bei jedem Klick 4 Spielfelder mit den auf ihnen stehenden Steinen bewegt werden.

Das mit dem Spiel gelieferte Textheft zu Orion enthält die Spielregeln zu 24 verschiedenen Spielen. 5 dieser Spiele fallen in die Gruppe der Mehrpersonenspiele und können von jeweils 2 bis 4 Teilnehmern gespielt werden. 5 weitere Spiele fallen in die Gruppe der Zweipersonenspiele, daneben gibt es die Orion-Einpersonenspiele. Diese 11 Spiele stellen die Grundtypen dar, die übrigen 13 Spiele können als abgewandelte Spiele angesehen werden. Darüber hinaus behauptet der Hersteller, dass die Möglichkeiten weiterer Spieltypen und abgewandelter Spiele unerschöpflich sei; und ich kann ihm in diesem Punk nicht widersprechen.

1. Spiel: Das Spiel Autige beinhaltet die Transformation eines herkömmlichen Rennens auf die Möglichkeiten des Orion Spielbrettes. Zu beachten ist, dass beim Überholen andere Spielsteine gleichzeitig zurückgedreht werden können. Der jeweils am Zug befindliche Spieler hat die Wahl, entweder mit dem Standardzug von 3 Klicks zu ziehen, oder die Zahl der Klicks mit dem Spezialwürfel auszuwürfeln. Ganz ohne Benutzung des Spielwürfels mag zwar ein guter Mittelplatz, kaum aber ein Sieg zu erreichen sein. Andererseits sollte der Würfel wegen seines unterdurchschnittlichen Erwartungswertes recht sparsam eingesetzt werden. Hierin das rechte Maß zu finden, dürfte nicht leicht sein. Auriga kann von 2 bis 4 Spielern gespielt werden.

2. Spiel: Bei dem Spiel Lepus ist eine gewisse Verwandschaft mit dem bekannten Halma nicht zu verkennen. Der Einsatz des Orion-Spielbrettes führt jedoch zu einer wesentlichen Bereicherung der ursprünglichen Spielidee. Zu Beginn des Spieles stellt jeder Spieler 6 Steine seiner Farbe in eine Ecke des Spielbrettes. Diese 6 Steine müssen quer über das Spielbrett in die gegenüberliegende Ecke gebracht werden. Gespielt wird mit 2er-Klicks und mit sogenannten Mehrfachzügen. Mehrfachzüge sind möglich, wenn der jeweils bewegte Spielstein bei seinem eus einem oder zwei Klicks bestehenden Einfachzug in eine Bhn gelangt, in der sich bereits ein Stein der eigenen Farbe befindet. Die Anzahl der Einzelzüge eines Mehrfachzuges ist auf 5 begrenzt, so dass ein Mehrfachzug im günstigsten Fall aus 10 Klicks besteht. Lepus kann von 2 bis 4 Teilnehmern gespielt werden.

3. Spiel: Das Spiel Algol enthält eine Mischung von Elementen strategisch-taktischer Kombinationsspiele und Täuschungsmanövern. Jeder Spieler erhält 12 Spielsteine, die er auf seinen drei Grundreihen aufstellt. Einen dieser Steine, erkennbar an der sichtbaren Nr., bezeichnet er von den anderen Spielern unbemerkt als Geheimstein. Jeder Spieler versucht nunmehr, mit Hilfe von 2er-Klicks seinen Geheimstein als erster auf die gegenüberliegende Grundlinie zu bringen, ohne dass er durch eine Herausforderung verloren geht. Eine Herausforderung erfolgt in der Weise, dass der am Zug befindliche Spieler einen seiner Steine (den Herausforderer) durch seinen Zug dem verdächtigen Stein (der Herausgeforderten) gegenüberstellt, wobei die beiden Enden der Steine gegeneinanderzeigen und die Herausforderung erklärt. War der Herausgeforderte tatsächlich der Geheimstein, so bedeutet dies den sofortigen Verlust für den Besitzer, während der Herausforderer 5 Gewinnpunkte erhält. War es nicht der Geheimstein, wird der Stein des Herausforderers aus dem Spiel genommen und der Herausgeforderte erhält 1 Gewinnpunkt. Sobald ein Spieler seinen Geheimstein ins Ziel gebracht hat, erhält er 10 Gewinnpunkte und das Spiel ist beendet. Algol kann von 2 bis 4 Spielern gespielt werden. Beim Spiel zu zweit erhält jeder Spieler 16 Steine, da er keinen rechten und linken Nachbarn hat u7nd daher die 3 Grundreihen voll besetzen kann.

4. Spiel: Das Spiel Hydra basiert auf der bekannten Spielidee, eine durchgehende Kette eigener Spielsteine zu bilden, die quer über das Spielbrett reicht. Jeder Spieler erhält 12 Spielsteine, die er auf den drei ersten Grundreihen aufstellt. Gespielt wird mit 3er-Klicks, zur Verschärfung bzw. Verlangsamung des Spieltempos können jedoch auch 4er- bzw. 2er-Klicks vereinbart werden. Der Spieler, der als erster eine durchgehende Kette seiner Spielsteine quer über das Spielbrett erreicht hat, gewinnt das Spiel. Hydra kann von 2 bis 4 Spielteilnehmern gespielt werden. Beim Spiel zu zweit erhält jeder Spieler 16 Steine, mit denen er die drei ersten Reihen voll besetzen kann. Bei 4 Teilnehmern ist auch ein Zweiparteienspiel möglich. Bei einem Zweiparteienspiel dürfen die Spieler während des Spieles ihrem jeweiligen Partner natürlich keinerlei Hinweise geben, die sich auf das Spiel beziehen.

5. Spiel: Das Spiel Orion, nach dem das ganze Spielsystem benannt ist, ist aus Spielideen des bekannten Go entwickelt worden, wurde jedoch durch eine Reihe typischer eigener Spielelemente bereichert. Jeder Spieler beginnt mit einem Spielstein, den er im ersten Zug auf ein freies Feld des Spielbrettes setzt. Vom zweiten Zug an hat jeder Spieler die Wahl, entweder mit einem Standardzug von 3 Klicks zu ziehen, oder die Zahl der Klicks mit dem Spezialwürfel auszuwürfeln. Nach jedem Klick wird der Fußabdruck des bewegten Steines sowie eines in der gleichen Kreisbahn etwa mitbewegten weiteren eigenen Steines besetzt. Der Fußabdruck ist das Feld, auf dem der betreffende Stein vor dem Klick gestanden hat. Das Besetzen dieses Fußabdruckes darf allerdings nur dann erfolgen, wenn dieses Feld leer ist. Sollte der Spieler bereits alle 20 Steine auf dem Brett haben, darf er einen für ihn unwichtigen Stein seiner Farbe vom Brett nehmen und mit ihm den Fußabdruck besetzen. Sobald es einem Spieler gelingt, mit seinem Zug einen Teil des Spielbrettes einzuzäunen, wobei der Zaun aus eigenen Steinen und dem Rand des Brettes bestehen kann, darf er alle Steine der Mitspieler aus diesem Gebiet herausnehmen und den entsprechenden Spielern zurückgeben., allerdings nur dann, wenn dieses Gebiet kleiner als das halbe Spielfeld ist, d.h. sofern es höchstens 12 Drehknöpfe umschließt. Das Spiel ist beendet, sobald es einem Spieler gelingt, alle Steine der Mitspieler vom Brett zu nehmen. Um das ganze Spielfeld gefangen zu nehmen, wird er es durch eigene Ketten in 3 Teile zu teilen haben, es sei denn, die Mitspieler hielten nur einen Teil des Brettes besetzt. Orion kann von 2 bis 4 Spielern gespielt werden.

6. Spiel: Auch das Spiel Libra basiert auf bewährten Vorbildern. Jeder Spieler erhält 16 Spielsteine, mit denen er die ersten drei Reihen des Spielbrettes besetzt. Gespielt wird jeweils mit 3er-Klicks. Wer zuerst die gegenüberliegende Grundlinie mit 5 Steinen seiner Farbe besetzt, hat gewonnen. Um das Ziel zu erreichen, muss man ein ausgewogenes Verhältnis zwischen angreifenden und verteidigenden Steinen finden, da mit zu schwachen Kräften weder ein wirkungsvoller Angriff noch eine ausreichende Verteidigung gelingt. Ferner ist darauf zu achten, dass der eigene Angriff ohne vermeidbare Zeitverzögerung vorangetrieben und der Vormarsch des Gegenspielers möglichst gestört wird. Es sind somit gleichermaßen strategische und taktische Mittel einzusetzen. Das Spiel Libra wird von 2 Teilnehmern gespielt.

7. Spiel: Das Spiel Draco ist eine Fortentwicklung des Spieles „Wolf und Schafe“, umgesetzt auf die Möglichkeiten des Orion Spielbrettes. Ein Spieler mit 7 Spielsteinen (Ritter) kämft gegen einen Spieler mit einem Spielstein (Drache). Der Drache versucht, die Linie der Ritter zu duchbrechen. Die Ritter haben die Aufgabe, den Drachen zu fangen. Beiden Spielern sind pro Zug 2 Klicks erlaubt. Wie bei dem bekannten Vorbild ist auch bei diesem Spiel ein Durchbruch nur dann möglich, wenn die Ritter einen Fehler machen, während bei einem beiderseits korrektesten Spiel die Partei der Ritter gewinnt, nur dass bei diesem Spiel eine korrekteste Spielführung schwer zu realisieren ist, so dass doch beide Seiten vergleichbare Gewinnchancen haben. Das Spiel Draco wird von 2 Teilnehmern gespielt.

8. Spiel: Bei dem Spiel Taurus erhält jeder Spieler 13 Spielsteine, die zu Beginn des Spieles aufs Geratewohl auf dem Spielbrett verteilt werden. Jeder Spieler versucht nunmehr, mit seinen Steinen ein vorgegebenes Muster aufzubauen. Es wird mit 4er-Klicks gespielt. Das Spiel Taurus wird von 2 Teilnehmern gespielt.

9. Spiel: Bei dem Spiel Bootes erhält jeder Spieler 4 Schafe und 2 Schäferhunde, die auf vorgegebenen Plätzen aufgestellt werden. Aufgabe des einzelnen Spielers ist es, seine Schafe und Hunde in die Ausgangsposition der Schafe und Hunde des Gegenspielers zu bringen. Jedem Spieler stehen pro Zug 6 Klicks zu. Es dürfen jedoch nur die Hunde direkt bewegt werden, die Schafe müssen indirekt mitgetrieben werden. Das Spiel Bootes wird von 2 Teilnehmern gespielt.

10. Spiel: Bei der Konzeption des Spieles Cassiopeia hat das bekannte Gobang Pate gestanden. Wie bei dem Spiel Orion setzt zunächst jeder Spieler einen Spielstein auf das Brett, um dann vom zwewiten Zug an weitere Steine jeweils in seinen Fußabdruck zu setzen, wozu ihm jedoch pro Zug nur 1 Klick zusteht. Gewonnen hat, wer zuerst 4 seiner Steine in ein W-Muster formiert. Das Spiel Cassiopeia wird von 2 Teilnehmern gespielt.

11. Spiel: Für die Orion-Einpersonenspiele besteht die gemeinsame Aufgabenstellung darin, dass eine Anzahl von Spielsteinen aus einer vorgegebenen Ausgangsstellung mit möglichst wenig Klicks in eine vorgegebene Endstellung zu bringen sind, wobei wobei für einzelne Aufgaben noch bestimmte zusätzliche Bedingungen beachtet werden müssen. Das Begleitheft enthält allein 11 solcher Aufgaben unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades mit 3 bis 40 Spielsteinen. Die Zahl der für die Lösung notwendigen klicks variiert etwa im Bereich von 10 bis 39, wobei im Einzelfall ein Ergebnis, das 10 Klicks über dem Minimum liegt, noch als gut bezeichnet wird.

Für das Spielsystem Orion gilt allgemein, dass durch die Konstruktion des Spielbrettes, das 60 Felder enthält, von denen bei jedem der 50 möglichen Klicks 4 Felder bewegt werden, komplizierte und schwer zu beechnende Bewegungen ermöglicht werden, selbst wenn man berücksichtigt, dass ein Teil der jeweils möglichen Klicks nur solche Felder bewegt, auf denen keine Spielsteine stehen, und die daher aus der Überlegung auscheiden.

Das Spielen mit Orion trainiert besonders die Konzentrations- und Kombinationsfähigkeit sowie das strategisch-planerische Denken. Da die ungewohnte Bewegungsform auf dem Spielbrett eine gewisse Übung erfordert, bevor eine größere Fertigkeit erreicht wird, können auch Kinder in diesem – primär als Erwachsenenspiel konzipierten System – durch besseres Training den Erwachsenen überlegen sein, wodurch natürlich die Motivation gefördert wird.