Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

3.3.2 Magnetische und elektrische Einflüsse

Bei den magnetischen Einflüssen geht es nicht um Spiele, bei denen ein Magnet benutzt wird, um bestimmte Gegenstände anzuziehen. So fällt zum Beispiel ein Angelspiel, bei dem Fische und andere Gegenstände aus einem nicht einsehbaren Bereich gefischt werden, nicht unter dieses Kapitel. Vielmehr gehören hierher zum Beispiel um Brettspiele, bei denen durch verborgene Magnete Eigenschaften des Spielbretts oder der Spielsteine verändert werden.

Elektrische Einflüsse findet man zum Beispiel dort, wo bei einem Fragespiel nur bei der richtigen Antwort ein Licht aufleuchtet.

3.3.2a Shogun

Hersteller: Ravensburger
Alter: für Erwachsene (Angabe des Herstellers), wird jedoch auch von Kindern ab 10 Jahren gern gespielt
Teilnehmerzahl:2
Spieldauer: 30 Minuten
Spielprinzip: Brettspiel mit Überraschungen

Aus den Angaben des Herstellers: „Voller Überraschungen steckt dieses außergewöhnliche Brettspiel aus Japan mit Automatikspielsteinen. Automatisch ändert sich die Zahl im Spielstein – Zug um Zug. Man weiß alo nie, welche Zahl zwischen 1 und 4 als nächste erscheint. Dadurch entsteht eine fesselnde Mischung aus Glück, Strategie und Spannung. Wer kann den gegnerischen Shogun – den Spielstein mit Krone – besiegen oder 6 der 7 einfachen Spielfiguren des Gegenspielers schlagen?“

Das Spiel Shogun ist eine besonders gelungene Kombination verschiedener Spielprinzipien und –ideen, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert.

Bei unveränderter Spielregel enthält Shogun drei grundverschiedene Spiele.
Das erste Spiel, das natürliche Shogun, ist hervorragend geeignet, bereits Kinder im Schulalter zu begeistern, sobald eben ein Verständnis für abstrakte Regeln vorhanden ist. Die Regeln des Spieles sind derart einfach, dass nur wenig abstraktes Regelverständnis erforderlich wird. Der zum Spiel benötigte Zahlenbereich von 1 bis 4 liegt sogar noch unter dem der einfachen Würfelspiele. Durch einen scheinbaren Zufallsmechanismus, dessen Ergebnis in dieser Phase des Spielens nicht vorhersehbar erscheint, wird die Gangart eines Spielsteines nach jedem Zug geändert. Die Tatsache, dass diese Änderung durch einen unsichtbaren Mechanismus bewirkt wird, erhöht noch die Faszination. Hierbei darf nicht übersehen werden, dass gerade durch diesen Mechanismus, der auch für Erwachsene den Charakter des Unvorhersehbaren behält, das Gleichgewicht der Kräfte zwischen den einzelnen Spielern weitgehend gewahrt wird, so dass auch die Kinder in diesem strategischen Spiel etwa gleiche Spielchancen behalten. Diese Tatsache ist umso erstaunlicher, als das Spiel keinesfalls trivial ist. Vielmehr eignet es sich in gleicher Weise auch als anspruchsvolles Erwachsenenspiel, das niemand so bald leid wird.

Das zweite Spiel, ich nenne es das strukturelle Shogun, ist kein neues Spiel. Es ist eine Fortentwicklung des natürlichen Shogun, bei dem die Spieler die Struktur des Spielbrettes und der darunter verborgenen Magnete kennen gelernt haben. Der Mechanismus, der nach jedem Zug die Gangart des Steines ändert, ist nämlich in Wirklichkeit nicht so unvorhersehbar, wie es zunächst den Anschein hat. Vielmehr enthält das Spielbrett eine wohldefinierte Struktur, die auf der folgenden Skizze mit den Symbolen A1, A2, B1 und B2 bezeichnet sind.

Wenn nunmehr der Stein auf ein beliebiges Feld kommt, das nach obiger Skizze die gleiche Bezeichnung hat, ergibt sich stets die gleiche Gangart. Wenngleich die Verteilung über das Brett scheinbar relellos erfolgt sie doch gewissen einfachen Gesetzen, die bei näherer Betrachtung deutlich werden, so dass man sie relativ leicht im Kopf behalten kann. Betrachtet man nämlich die durch die gestrichelten Linien gebildeten Quadrate von je 4 Feldern, so sind die acht Quadrate oben links und unten rechts alle unter sich gleich, während die acht Quadrate oben rechts und unten links ebenfalls alle unter sich gleich sind. Übrigens mag man zu einem neuen Spiel das Spielbrett um 90° drehen, um eine veränderte Verteilung zu haben.

Es leuchtet natürlich ein, dass dieses strukturelle Shogun gegenüber dem natürlichen Shogun ein völlig neues Spiel darstellt, obwohl sich an dem Spielbrett, den Figuren und den Regeln nicht das geringste geändert hat, Da aber die Wirkung des unsichtbaren Mechanismusses nunmehr zum mindesten teilweise vorhersehbar geworden ist, hat sich ein vollkommen neues Spiel ergeben.

Das dritte Spiel schließlich, das ich das determinierte Shogun nenne, ist die logische Fortentwicklung des strukturellen Shogun. Bei dieser Spielform werden auch die Spielsteine in die Überlegung einbezogen. Da es nunmehr 24 Möglichkeiten gibt, die Zahlen von 1 bis 4 auf die vier unterschiedlichen Feldtypen zu verteilen, gibt es in der Theorie auch 24 verschiedene Ausfertigungen eines einfachen Spielsteines. Da jedoch zu dem Feld, auf dem der Stein gerade steht, die aktuelle Gangart bereits angezeigt wird, braucht sich der Spieler nur 6 verschiedene Typen zu merken.

Da ich für Shogun die Produktion der Spielbretter und Figuren nicht überschauen kann, muss ich die genannten Ausführungen ein wenig relativieren. Es ist mir natürlich nicht bekannt, ob bei Shogun jedes Spielbrett die gleiche oben genannte Struktur besitzt. Ebenso wenig ist mir bekannt, ob alle theoretisch möglichen 24 Ausführungen der Spielsteine hergestellt werden, und ob sie technisch ohne großen Aufwand überhaupt konstruierbar sind. Es bleibt aber die Aussage, dass der zwischen Spielbrett und Figur bestehende Mechanismus studiert werden kann, so dass die genannten drei Spielvariationen möglich werden.

Wenn Sie, lieber Leser, diese ein wenig mathematisch klingenden Ausführungen etwas verschreckt haben sollten, keine Sorge! Ihnen wird bei dem Spiel Shogun der Kopf sicher nicht rauchen. Denn das strukturelle Shogun und erst recht das determinierte Shogun ist, wenn man zwei oder gar mehrere Züge im voraus rechnen will, eher ein Spiel für Profis. Und in diesem Sinne mag es sogar die klassischen komplexen Erwachsenenspiele Schach, Go usw. noch zu übertreffen. Deshalb habe ich auch nicht zu Unrecht gesagt, dass das natürliche Shogun, das strukturelle Shogun und das determinierte Shogun als völlig unterschiedliche Spiele angesehen werden sollten. Hier besteht sogar die Möglichkeit, dass nach einer gewissen Zeit die Eltern bei diesem Spiel ihren Kindern unterlegen sind, da letztere bereits gewisse Erfahrungen gemacht haben.