Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

2.3.5 Kombination verschiedener Lerninhalte

Bei manchen Spielen ist es eine einzige Fähigkeit, die von dem Spiel erwartet wird und von ihm trainiert wird. Vielfach sind es jedoch auch mehrere. Auch im Leben kommt es nicht nur auf eine einzelne Fähigkeit an, sondern auf eine Vielzahl von ihnen. Ebenso mag es bei einem Spiel wichtig erscheinen, dass es nicht eine spezielle Fähigkeit ist, die von dem Spiel trainiert wird, sondern mehrere. Hinzu kommt, dass gerade das auch den Reiz des Spieles ausmachen und seine Attraktivität erhöhen mag.

2.3.5a Lingua

Hersteller: Ravensburger
Alter: 10 - 99
Teilnehmerzahl:2 - 4
Spieldauer: 1,5 Stunden
Spielprinzip: Buchstabenlegespiel

Aus den Angaben des Herstellers: „Dieses Buchstabenlegespiel eröffnet durch das Element ‚Farbe’ neue, vielfältige Möglichkeiten der Spieltaktik. Ähnlich wie bei einem Kreuzworträtsel werden mit Buchstabenplättchen in 4 Farben auf den gleichfalls farbigen Spielfeldern Wörter gelegt. Bei der Bewertung der Wörter zählen die Buchstaben entsprechend ihrer Farbe; mit übereinstimmenden Farben kann man außerdem wertvolle Sonderpunkte erlangen. Das Spiel ist beendet, wenn ein Wort eines der Zielfelder erreicht. Wird man es schaffen, bis dahin genügend Punkte zu sammeln, um die Wertung zu gewinnen?“

Das Spiel stammt vom gleichen Autor wie Scrabble (Spear), mit dem es große Ähnlichkeit besitzt. Man mag es als eine Weiterentwicklung von Scrabble betrachten, da es auf der Grundidee von Scrabble eine Reihe zusätzlicher Elemente beinhaltet.

Jeder Spieler erhält verdeckt 12 Buchstaben-Plättchen. Die Anzahl wird bei Verbrauch immer wieder auf 12 ergänzt. Hierbei zählt die Farbe Gelb 1 Punkt, Rot zählt 2 Punkte, Grün drei Punkte und Blau 4 Punkte. Ebenso sind die Felder des Spielbrettes zu gleichen Teilen in diesen 4 Farben und Weiß gehalten. Sobald Buchstaben-Plättchen und Feld die gleiche Farbe besitzen, gilt dies als Aß und wird mit 10 Sonderpunkten bedacht. Die Asse werden gesondert gezählt, denn ab dem 10ten Aß wird alles (auch die Sonderpunkte) verdoppelt, ab dem 15ten Aß verdreifacht und ab dem 20ten Aß vervierfacht. Wenn übrigens ein Wort vollständig aus Buchstaben-Plättchen einer einzigen Farbe besteht, gibt es für jeden Buchstaben dieses Wortes 25 Sonderpunkte. Das Spiel ist beendet, sobald ein Spieler mit einem Wort eines der vier Zielfelder erreicht. Hierfür gibt es ebenfalls Sonderpunkte. Nunmehr werden die erreichten Punktzahlen aller Spieler errechnet und verglichen. Wer die meisten Punkte hat, ist Sieger.

Es sind übrigens auch besondere Vereinbarungen möglich. So mag zum Beispiel vereinbart werden, dass nur Begriffe aus einem vorgegebenen Gebiet zulässig sind.

Es sind verschiedene Fähigkeiten, die bei diesem Spiel trainiert werden. Es beginnt mit dem Wortschatz. Unabhängig von der Bedeutung eines Wortes erwartet das Spiel, das dem Spieler die jeweils passenden Worte präsent sind und ihm einfallen. Hinzu kommt das kombinatorische Abwägen, welche von den verschiedenen Möglichkeiten langfristig den größeren Erfolg verspricht. Kommt es im Einzelfall mehr auf die Punkte an, die ein Wort sofort einbringt oder ist das Aß wichtiger, die ein geringwertiges Wort erzielt. Oder ist es wichtiger, bestimmte Buchstaben loszuwerden und bestimmte andere für später zurückzuhalten. Auch mag man eine Berechnung anstellen, ob es zweckmäßig ist, sich dem Ziel zu nähern, oder soll gerade das vermieden werden.

Hier drängt sich der Vergleich mit einem anderen, ebenfalls dem Scrabble ähnlichen Spiel auf, dem Spiel Wörterklauer von Ravensburg.

Aus den Angaben des Herstellers: „Bei diesem spannenden Wettkampf entscheidet jeder Zug über Sieg oder Niederlage. Mit den zweifarbigen Buchstabensteinen können die Spieler entweder ein neues Wort legen oder durch Sinnveränderung ein Wort des Gegners klauen. Wichtig ist: nach jedem Zug muss die eigene Farbe dominieren. Beim Nachdenken läuft die Sanduhr mit.“

Natürlich gibt es eine große Anzahl von Spielen, die wie Scrabble und Lingua auf dem Grundprinzip des Kreuzworträtsels basieren. Mit dem Spiel Wörter klauen ist jedoch eine völlig neue Dimension dieser Spiele gefunden worden. Während bei den herkömmlichen Spielen dieser Art allmählich Punkte gesammelt werden, die erst bei der Schlussabrechnung spielentscheidend werden, kann bei Wörter klauen jederzeit das Spiel kurzfristig entschieden werden. Bei diesem Spiel tragen die Buchstabenplättchen auf beiden Seiten den gleichen Buchstaben, sind jedoch auf der einen Seite rot und auf der anderen Seite grün. So kann, wenn ein Spieler ein Wort des Gegners erweitert, die Plättchen umdrehen und so dem anderen klauen. Das Spiel ist beendet, wenn es ein Spieler nicht mehr schafft, durch Legen eines neuen Wortes oder durch Verändern und somit Klauen eines Wortes des Gegenspielers das Übergewicht zurückzuholen.

Gerade an diesem Spiel, das man als nahezu ausschließlich taktisch bezeichnen mag, sieht man den großen Unterschied zu Lingua, das man dem gegenüber eher als mehrdimensional ansehen kann.