Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

9.      Rückblick und Ausblick
9.3    Ein materialistisches Weltbild: Kosmos ohne Gott

Wenn ich versuche, die Welt, das Universum, den Kosmos in seiner Geschichte und in seinen Wirkmechanismen zu verstehen oder zum mindesten mir verständlich zu machen, dann stoße ich immer wieder auf das gleiche Problem, den Begriff der Ewigkeit, der sowohl in der Vergangenheit wie auch der Zukunft in jeder Hinsicht unbegrenzten Zeit.

Den Begriff der Unendlichkeit muss man sich so richtig auf der Zunge zergehen lassen. Selbst wenn ich einen wirklich unvorstellbar langen Zeitraum postuliere, deren Anzahl Jahre sich zum Beispiel als eine 1 mit vielen Millionen Nullen schreibt, so wäre selbst dieser Zeitraum noch unendlich oft in der Ewigkeit enthalten.

Sicher, für das uns bekannte dreidimensionale Universum gibt es einen Anfangspunkt, den sogenannten Urknall. Nach der Erkenntnis von Fachleuten soll dieser allerdings "nur" 10 bis 20 Milliarden Jahre zurückliegen, was einer 1 mit "nur" zehn Nullen entspricht.. Aber was war vor diesem Urknall? Wodurch wurde er ausgelöst? In einem unendlichen Zeitstrom gibt es ja keinen markanten Zeitpunkt. Die Zeit, die inzwischen schon vergangen ist, ist unbegrenzt. Welche Entwicklung, welche Geschichte, welche Ereignisse man auch immer betrachten mag, bei diesem unendlichen Zeitstrom müsste jedes Geschehen, jede Veränderung längst in unendlichen Urzeiten zu Ende gekommen sein. Übrig bleiben dürfte allenfalls eine über alle Räume ausgedehnte gleichmäßig verteilte Strukturlosigkeit ohne irgendwelche räumliche oder zeitliche Unterschiede, oder aber als Alternative ein sich ständig in gleicher Weise wiederholender Zyklus, der jedoch verlustfrei verlaufen müsste, was ich mir wiederum schwer vorstellen kann.

Erweitert man die Zahl der räumlichen Dimensionen über drei hinaus, wird die Betrachtung bereits wesentlich schwieriger, da die physikalischen Gesetze in diesen Dimensionen nicht bekannt sind. Dennoch kann ich mir etwa einen Urknall auch dort ebenfalls nur als Folge von gewissen Veränderungen in einer noch höheren Dimension vorstellen. Und so groß, ja unbegrenzt ich mir dies alles vorstelle, die bisher bereits vergangene Unendlichkeit des Zeitstromes hätte Zeit genug gehabt, jede Struktur einzuebnen.

Physikalisch oder von der Logik her finde ich keine Erklärung, wieso die Welt heute noch nicht eingeebnet ist, solange ich nicht eine andere Ursache, in diesem Falle Gott, mit in mein Kalkül bringe. Die andere Alternative, ein seit ewigen Zeiten gleichbleibender und vor allem verlustfrei verlaufender Zyklus von Ereignissen, würde eine Umkehr von Naturgesetzen voraussetzen, was ebenfalls für mich schwer vorstellbar ist, selbst wenn ich daran denke, dass mir die Naturgesetze in den bereits erwähnten höheren Dimensionen nicht bekannt sind. Denn selbst bei minimaler Abschwächung pro Zyklus hätte die bereits verflossene Ewigkeit Zeit genug gehabt, jegliche Struktur einzuebnen.

Wie weit man auch immer in die Vergangenheit zurückgehen mag bis zu dieser allerersten Ursache, immer gibt es noch ein "vorher", und zwar ein unendliches "vorher", eine ganze Ewigkeit. Jede irgendwie geartete Entwicklung müsste in dieser Ewigkeit längst zum Abschluss gekommen sein. Dieser Begriff der Ewigkeit erlaubt es einfach nicht, dass sich heute, nach dieser unendlichen Ewigkeit, überhaupt noch irgend etwas bewegt. Wir sehen aber diese Bewegung, wir sind selbst ein Teil dieser Bewegung. Ich frage also nicht, wie beim kosmologischen Gottesbeweis, nach der allerersten Ursache, sondern nach dem Zeitpunkt, da diese Ursache zu wirken begonnen hat. Und da dieser Zeitpunkt in der Ewigkeit liegen muss, komme ich auf diese unendliche Zeitspange, in der sich jede Veränderung eingeebnet haben müsste.

Im Gegensatz zu den Ausführungen, die ich unter dem Stichwort Gottesbeweise gemacht habe, komme ich daher hier zu einem anderen Ergebnis, dass nämlich eine nicht materielle Ursache, dass also die Existenz Gottes als einzige Erklärung übrig bleibt. Allerdings, und das haben Philosophen bereits in der Vergangenheit festgestellt, gibt es auch hierbei schwerwiegende Probleme.

Natürlich will ich mit diesen Ausführungen keinen Gottesbeweis liefern. Ich will auch nicht behaupten, dass meine Gedanken und Schlussfolgerungen zwingend sind. Ich will nur verdeutlichen, dass dies die Gedanken und Schlussfolgerungen sind, die mich persönlich überzeugt haben.