Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

7.      Gott, das große Geheimnis
7.2    Eine kleine Nachlese
7.2.3 Wahrheit Gottes

Wie leicht, ja, wie selbstverständlich geht uns das Wort von den Lippen, wenn wir Gott als wahrhaftig bezeichnen, ja, ihn geradezu mit der Wahrheit identifizieren. Mit Recht! Sicher könnte man nun argumentieren, jegliche Offenbarung, wenn sie wirklich echt ist, stammt doch trotz aller menschlichen Einkleidungen und Unvollkommenheiten bis hin zu den groben Verfälschungen in ihrer wesentlichen Aussage von Gott. Aber woher wollen wir wissen, ob diese Offenbarung wirklich von Gott kommt?

In dieser Frage kann es uns auch nicht einen Schritt weiterführen, wenn wir die Antwort etwa in der Heiligen Schrift suchen wollten. Denn wollten wir so vorgehen, so dürfte man uns zu Recht mit dem legendären Baron von Münchhausen vergleichen, der sich an seinen eigenen Haaren aus dem Sumpf herauszuziehen versucht und angeblich sogar noch Erfolg dabei hat. Nein, so geht es nicht.

Natürlich, Gott ist wahrhaftig. Welchen Grund sollte es denn für Gott geben, uns zu täuschen? Wir, wir sind zwar auf ihn angewiesen, aber er, er benötigt uns doch in keiner Weise! Es gibt doch absolut nichts, das wir ihm zu bieten hätten, was er nicht selbst bereits in überreichem Maße besitzt. Wir Menschen, wir lügen, täuschen und betrügen, um uns Vorteile zu verschaffen oder Nachteile von uns abzuwenden. Er aber, er hat es doch wahrhaftig nicht nötig, uns zu täuschen! Wenn wir in unserer wohlberechtigten Kritik auch sonst nahezu überall Zweifel anmelden, an Gottes Wahrhaftigkeit zu zweifeln sehe ich keinen Anlass. Darüber, ob die Offenbarung der Heiligen Schrift und die Lehre der Kirche ebenfalls die Wahrheit verkörpern, ist damit natürlich noch nichts ausgesagt. Dazu müsste zuerst einmal festgestellt werden, ob auch sie sich auf das Wort Gottes zurückführen lassen.

Gott spricht zu uns aber nicht nur durch seine Worte, sondern noch wesentlich deutlicher allein durch seinen Schöpfungsakt. Uns Menschen gab er insbesondere unseren menschlichen Verstand, der uns Erkenntnisse von der Welt, von uns selbst und teilweise sogar von Gott zu vermitteln verspricht. Gott hat uns zwar unsere Verstandeskräfte und Erkenntnisse nur sehr unvollkommen und bruchstückhaft gegeben. Natürlich neigt unser Verstand durchaus zu Irrtümern. Es sind jedoch im wesentlichen solche Irrtümer, die eben dieser Verstand auch wieder auszuräumen oder zum mindesten in Frage zu stellen in der Lage ist. Dort aber, wo unser Verstand ganz eindeutig eine logische Beweiskette knüpft, wo von der Logik her jeglicher Zweifel ausgeschlossen scheint, da brauchen wir auch nicht damit rechnen, dass Gott uns hier etwa einen Knoten in den Verstand gebunden hätte, so dass wir hier bewusst von ihm getäuscht würden. Uns etwa in den existentiellen Grunderkenntnissen zu täuschen, das widerspräche ganz wesentlich dem Prinzip der Wahrheit, das wir in Gott erblicken dürfen.

Deshalb dürfen wir auf die zum mindesten grundsätzliche Richtigkeit unserer Wahrnehmungen und Erkenntnisse vertrauen. Wenn also, um ein Beispiel zu nennen, diese unsere Welt uns als real und wirklich existierend erscheint, so dürfen wir wegen dieser Wahrhaftigkeit Gottes auch darauf vertrauen, dass diese Existenz der Welt auch real ist und er sie uns nicht etwa irgendwie vorgegaukelt hat, wie dies von einigen Philosophiekonzepten und Weltanschauungen diskutiert wird. Das gleiche gilt für die grundsätzliche Fähigkeit unseres Verstandes, logische Schlussfolgerungen zu treffen. Das alles will ich eine Art Urvertrauen nennen.