Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

7.      Gott, das große Geheimnis
7.2    Eine kleine Nachlese
7.2.1 Ehrfurcht vor dem Geheimnis Gottes

Im Zusammenhang mit dem Problem der Theodizee verspüre ich Bedenken, die Allmacht Gottes im Sinne einer mathematischen Unendlichkeit zu verstehen. Die Annahme der Allwissenheit Gottes in Hinblick auf zukünftige Ereignisse, soweit diese für Gott berechenbar oder vorhersehbar sind, bereitet mir natürlich ebenfalls keine Schwierigkeit. Bedenken trage ich lediglich, diese Allwissenheit Gottes auf zukünftige freie Entscheidungen von Menschen und anderen Lebewesen auszudehnen. Erst recht gilt dies natürlich für sein eigenes zukünftiges Handeln. Meine Zurückhaltung in diesen zwei Punkten ist jedoch auf keinen Fall mit einer geringeren Achtung vor Gott verbunden. Vielmehr verspüre ich eine tiefe Ehrfurcht vor dem unvorstellbaren Geheimnis Gottes. Bei der traditionellen Aussage von der Allmacht und Allwissenheit Gottes hingegen scheint mir gerade dieses Anliegen nicht berücksichtigt, scheint mir dieses Geheimnis nicht ausreichend respektiert zu werden. Man macht konkrete Aussagen, indem man, aus begründeter Ehrfurcht vor der Unbegreiflichkeit Gottes, nunmehr alle nur denkbaren Grenzen ins Unendliche verlegt. Damit jedoch konkretisiert man etwas, das der Mensch nicht konkretisieren sollte. So greift man rücksichtslos in ein Tabu, wo man in staunender Ehrfurcht vor dem Geheimnis Gottes erschauern, nicht aber in theologischen Lehraussagen unsere menschlichen Idealvorstellungen unbesehen auf Gott übertragen sollte, ohne zu bemerken, dass man durch diese scheinbare Verherrlichung die wahre Größe Gottes geradezu eher verdunkelt.

Wenn ich jedoch umgekehrt von dieser traditionellen Lehraussage über die Allmacht und Allwissenheit Gottes ein wenig abrücke, wenn ich sie zu hinterfragen, wenn ich sie gar zu bezweifeln wage, dann wird damit meine Ehrfurcht vor Gott, den ja kein Mensch jemals wird begreifen können, hierdurch nicht geringer, sondern vielmehr eher noch größer werden.

Nur deshalb habe ich zu der Frage der Macht Gottes in mancherlei Hinsicht Fragen gestellt, um wenigstens einen Schimmer dessen anzudeuten, was von dieser traditionellen Lehraussage alles unter den Teppich gekehrt wird. Eine konkrete Antwort will ich auf keine dieser Fragen geben. Meine Antwort darf nämlich nicht eine Aussage sein, die man in ein theologisch-philosophisches System einbringen könnte. Sie darf allenfalls die Form eines Bekenntnisses annehmen und eben nicht als Lehraussage missverstanden werden. Und welches Bekenntnis erschiene mir da besser geeignet als das Wort der Schrift:

O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!
Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege!
Denn wer hat die Gedanken des Herrn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen?
Wer hat ihm etwas gegeben, so dass Gott ihm etwas zurückgeben müsste?
Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung.
Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.