Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

6.      Lehre
6.1    Das Lehramt der katholischen Kirche

Die dritte Möglichkeit, etwas über Gott zu erfahren, bietet sich an in der Lehre der Kirche, wobei ich wieder konkret an die katholische Kirche denke. Diese Lehre der Kirche stellt natürlich keine unabhängige Quelle dar, sie baut wiederum auf der Offenbarung auf, von der bereits die Rede war.

Soweit die Lehre der Kirche lediglich die in der Heiligen Schrift niedergelegte Offenbarung wiederholt, kann ich auf die Ausführungen der letzten Kapitel verweisen. Für diejenigen Aussagen der Kirche jedoch, die über die der Heiligen Schrift hinausgehen, stellt sich dem Suchenden zunächst die Frage, welche Legitimation der Kirche hierfür zukommt. In dieser Hinsicht erhebt die Kirche einen nahezu umfassenden Anspruch, einen Anspruch übrigens, den sie jedem anderen abspricht. Dieser Anspruch betrifft unter anderem Gründung, Amt, Vollmacht und Unfehlbarkeit.

Hier stellt sich mir die Frage, ob dieser Anspruch von Gott her rührt, also zu Recht besteht. Und gerade darin liegt das Dilemma. Es waren Menschen, die die Heilige Schrift niedergeschrieben haben. Es waren Menschen, die diese Heilige Schrift über die Jahrhunderte hinweg weitergegeben haben. Es waren Menschen, die sie schließlich interpretiert und ausgelegt sowie durch ergänzende Feststellungen, Dogmen und Lehren erweitert haben. Und es sind Menschen, aus deren Hand ich dies alles empfangen habe. Eine lange, lange Kette, deren einzelne Glieder von Menschen besetzt sind. Und eine Kette als Ganzes ist stets nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. So ist es uns doch nur allzu gut bekannt, wie Menschen, die die Macht haben, ein ganzes Volk für dumm verkaufen zu können, dies vielfach auch tun. Auch ist es uns nur allzu gut bekannt, wie manche sogenannten Tatsachenberichte von Menschen geschrieben, forciert und von anderen wieder bezeugt werden, ebenso, wie man mit evtl. vorhandenen entgegengesetzten Darstellungen umgeht. Und dies sogar heute, wo doch in unserem Land nahezu jeder lesen und schreiben kann. Bedenkt man dann die vielen Jahrhunderte, in denen im Abendland nahezu alle Macht irgendwie mit der Kirche in Verbindung stand, wo insbesondere nahezu jedes überlieferte geschriebene Wort von der Kirche kontrolliert wurde, wer kann mir da noch garantieren, dass da nicht viele Dinge uns anders überliefert werden, als sie tatsächlich gewesen sind. Dass solches tatsächlich geschehen ist, wird heute nicht einmal von der Kirche bestritten. Was aber ist wesentliche Substanz und als solche echt und was ist menschliches Beiwerk, wer kann dies sagen? Es geht durchaus nicht darum, der kirchlichen Überlieferung irgendetwas zu unterstellen. Aber es ist doch immerhin ein gewaltiger Unterschied, ob sich ein ansonsten wohlbegründeter Zweifel oder Unglaube auf das Wort Gottes oder auf das Wort von Menschen, hier auf das Wort der Kirche bezieht. Denn wer kann mir sagen, was hier Wort Gottes und was lediglich Wort der Kirche ist.

Bevor ich also einzelne Lehrinhalte betrachte, richte ich zunächst mein Augenmerk auf die Institution der Kirche, auf den von ihr erhobenen Anspruch und dessen Berechtigung sowie auf die Kirche als Ganzes.