Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

5.      Offenbarung
5.5    Wer waren die Zeugen ?

Wenn nach der Glaubwürdigkeit der biblischen Berichte gefragt wird, kommt es wesentlich auf die unmittelbaren Zeugen an. Diese Zeugen sind jedoch ausschließlich solche Personen oder Gruppen, die in dieser Frage eindeutig als Partei anzusehen sind, die vielfach auch ein handfestes persönliches Interesse an der Ausbreitung der Lehre Jesu hatten! So hatte dieser Personenkreis in der Nachfolge Jesu vielfach Heimat, Besitz und Beruf aufgegeben und stand mit dem Tode Jesu nunmehr vor dem Nichts. Mit der Verkündigung des Auferstandenen konnte er sich nunmehr einen neuen Wirkungskreis und ein diesem entsprechendes Einkommen sichern. Man denke an den Bericht der Apostelgeschichte, dass die ersten gläubigen Christen ihre Grundstücke, Häuser und übrigen Besitz verkauften und den Erlös sowie ihr sonstiges Geld den Aposteln zu Füßen legten (Apg 4, 32ff). Wieweit dieses Geld wirklich bestimmungsgemäß an die Armen weitergereicht wurde, und wieweit vielleicht gewisse Teile an irgend welchen Händen hängen geblieben sind, entzieht sich bei objektiver Betrachtung vollkommen unserer heutigen Kenntnis. Denn es wird sogar in der Apostelgeschichte bezeugt, dass zum Beispiel die Witwen der Hellenisten bei der täglichen Versorgung zurückgesetzt worden seien (Apg 6, 1).

Man sollte sicher nicht überall nur Schlechtigkeit vermuten, nein, sicher nicht! Das wäre eine grundfalsche Geisteshaltung. Andererseits benötigt die Glaubwürdigkeit derartiger, für das Christentum grundlegender Wunder, auf denen heute die Weltanschauung von fast dreißig Prozent der Menschheit basiert, und das nach nahezu zweitausend Jahren, schon wesentlich eindeutigere Zeugnisse. Das Zeugnis der Apostel und ihrer Vertrauten soll nicht bestritten werden, als zwingender Beweis für die Wahrheit ihrer Behauptungen ist dieses Zeugnis allein jedoch entschieden zuwenig, das muss einmal deutlich gesagt werden, und das wird auch von maßgeblichen Vertretern der Kirche zugegeben. Wie schon wiederholt gesagt, erst wenn jemand selber bereits glaubt, erst dann kann ihm dieses Zeugnis etwas Verbindliches sagen, nicht umgekehrt! Ein vorher noch nicht vorhandener Glaube kann nicht zwingend aus diesem Zeugnis der Apostel und ihrer Vertrauten hergeleitet werden.

Es soll hiermit natürlich den Aposteln und den engsten Vertrauten Jesu auf keinen Fall etwas unterstellt werden. Keineswegs. Nur, wenn ich nach historischen Beweisen frage, dann kann von Skeptikern hier bereits der erste Bruch vermutet werden, und es ist dem wenig an Argumenten entgegenzusetzen. Dem steht auch das Martyrium einzelner von ihnen nicht entgegen. Denn, hätten sie einen solchen Betrug offen zugegeben, sie wären sicher nicht weniger, sondern eher noch mehr gemartert worden. Kronzeugen waren damals noch nicht gefragt.

Es besteht also durchaus die reale Möglichkeit, dass die Auferstehungsberichte einem Täuschungsmanöver entstammen. Es besteht die Möglichkeit. Derartige Täuschungsmanöver sind nicht grundsätzlich auszuschließen. Auch ist es denkbar, dass es sich hierbei lediglich um Visionen gehandelt hat. Hierfür spricht das Wort aus dem ersten Korintherbrief (1 Kor 15, 4-7), in dem Paulus die Zeugen der Auferstehung nennt und unter diesen auch seine eigene Person aufführt. Da ja das Zeugnis des Paulus auf einer Vision beruhte, mag man auch bei den übrigen Zeugen an Visionen denken. Angesichts der seelischen Verfassung, in der die Jünger Jesu sich befanden, zumal sie sich aus Angst vor den Juden hinter verschlossenen Türen versteckten, wäre solches schon denkbar.

Natürlich, man mag durchaus argumentieren, es seien nur Visionen gewesen, dies braucht noch niemanden irre machen. Denn selbst dann, wenn es Visionen gewesen sein sollten, was spricht denn dagegen, dass die Auferstehung nicht trotzdem stattgefunden haben sollte. Es gibt keine schlüssigen Beweise, die für, aber auch keine, die gegen das Zeugnis der Auferstehung Jesu sprechen.