Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

4.      Erkenntnis
4.5    Sonstige so genannte Gottesbeweise

Der ontologische, der kosmologische und der teleologische Gottesbeweis sind die drei Grundformen von Gottesbeweisen, die allgemein als die wichtigsten angesehen werden. Außer diesen drei genannten gibt es noch eine Reihe weiterer sogenannter Gottesbeweise, die nach meiner Überzeugung jedoch noch weniger überzeugen können als die genannten.

Beim moralischen Gottesbeweis schließt man von der Existenz des moralischen Sittengesetzes auf die Existenz eines höchsten Willens. Dieser höchste Wille, dem wir alle unterworfen sind, wird mit der Person Gottes gleichgesetzt.

Auch dieser moralische Gottesbeweis führt letztlich in eine Sackgasse. Das moralische Sittengesetz beinhaltet doch letztlich nichts anderes als solche Vorschriften, die entweder uns Menschen selbst nützen, oder von denen wir zum mindesten annehmen, dass sie dies tun. Wir sehen also ein solches Verhalten als sittlich gut an, das wir uns von den anderen Menschen uns gegenüber wünschen. Der Mensch selbst ist also auch das Maß für sein moralisches Sittengesetz; um dieses zu begründen, bedarf es keines Gottes, vielmehr machen wir uns unseren Gott oder genauer unseren Götzen selber, wenn wir derart argumentieren.

Der ethnologische Gottesbeweis geht von der Verbreitung des Glaubens an Gott beziehungsweise an Götter aus, die sich über die ganze Welt und über alle Völker erstreckt, und schließt aus dieser Tatsache auf eine Urerkenntnis oder Uroffenbarung, die angeblich allen Menschen von Gott zuteil geworden sei.

Diese Auffassung besitzt allerdings keinen Beweischarakter. Für dieses Phänomen lässt sich vielmehr eine ganz andere Erklärung anführen. Man kann nämlich argumentieren, dass es eine wirkungsvollere Erfindung, die bestimmten herrschenden Gruppen oder Personen mehr Möglichkeiten zur Manipulation und größere Macht über ihre Untertanen zu bieten hätte, niemals gegeben hat. Und derart erfolgreiche Erfindungen haben doch schon von jeher schnellstens den Weg rund um die Erde gefunden. So konnte schon der griechische Schriftsteller Kritias im fünften Jahrhundert vor Christus verkünden:

Der Glaube an die Götter ist nur ein betrügerischer Kniff der herrschenden Klasse, um mit Hilfe der Religion die Volksmassen ihrem Willen gefügig zu machen.

Wenn man diesen Ausspruch hört, denkt man dann nicht, er würde aus der heutigen Zeit stammen?

Der eudämonische Gottesbeweis schließlich stützt sich auf die allseits zu beobachtende Tatsache, dass alle Menschen im Grunde ihres Herzens nach Glück streben. Aus diesem Glücksstreben heraus versucht man sodann auf die Existenz Gottes zu schließen. Es stimmt sicher, dass alle Menschen im Grunde ihres Herzens nach Glück streben. Wieso jedoch aus dieser Tatsache auf die Existenz Gottes geschlossen werden könne, kann ich nicht einsehen.