Dr. Gerhard Schuchhardt

Home

Privat

Buch Glaube

Buch Spiele

Weltall

Beruf

Links

Kontakt

Sitemap

Impressum



Besucher:

Heute: 102
Gesamt: 1067
(seit dem 17.07.2005)

Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

3.      Zum Glaubensinhalt
3.4    Wie erkenne ich die Wahrheit über Gott ?

Als die Glaubensaussagen der Kirche für mich ihre Überzeugungskraft verloren hatten, stellte sich sogleich die Frage, wie ich denn nunmehr die Frage nach Gott beantworten, woher ich denn nunmehr Gewissheit beziehen sollte. Denn eines war für mich klar und eindeutig. Diese Frage nach Gott ist und bleibt die wichtigste Frage, die es für mich gibt. Die Frage nach Gott konnte für mich natürlich nicht erledigt sein. Im Gegenteil, sie fing jetzt erst richtig an. Und ich fragte mich, woher ich die Wahrheit über Gott erfahren könne.

Wenn ich versuchen will, die objektive Wahrheit über Gott zu erkennen, dann kann dies natürlich keineswegs bedeuten, dass ich in die Tiefe des Geheimnisses Gott einzudringen versuche. Nach dem, was ich bereits ausgeführt habe, liegt es nahe, das Schwergewicht auf die folgenden drei Fragen zu legen, und das mag schon meine Möglichkeiten bei weitem übersteigen.

Die erste Frage lautet ganz einfach: "Gibt es überhaupt einen Gott?"

Die zweite Frage stellt sich natürlich nur dann, wenn die erste Frage mit "ja" beantwortet wurde. Sie lautet: "Interessiert sich Gott überhaupt für den Menschen? Wirkt er in irgendeiner Weise konkret auf den Menschen ein?" Allerdings steht diese Frage nur im Vordergrund. Die eigentliche Kernfrage, die dahinter steht, lautet: "Kann ich durch mein Verhalten Gott veranlassen, sein Verhalten mir gegenüber zu verändern?"

Die dritte Frage stellt sich ebenfalls nur dann, wenn die beiden ersten Fragen mit "ja" beantwortet wurden. Sie lautet, wenn ich sie speziell in Richtung des Christentums formuliere: "Entsprechen die kirchlichen Aussagen und Dogmen der Wahrheit?" Man könnte die Frage auch allgemeiner formulieren, doch im Hintergrund steht eine ganz andere Frage: "Was muss ich tun, um das Handeln Gottes mir gegenüber zum Positiven hin zu verändern?"

Dies ist zwar krass und knallhart gesagt, aber genau so ist es. Ich will etwas von Gott, und ich frage mich, was ich tun muss, um dies zu bekommen. Ich kann dies nicht beschönigen. Und weil dies so ist, deshalb versuche ich, der Wahrheit über Gott näher zu kommen.

Es gibt unterschiedliche Religionen, die von sich behaupten, ihr Glaube beinhalte den Schlüssel hierzu. Sicher ist es ein Unterschied, ob wir, um ein krasses Beispiel zu nennen, an Zeus und die Götter des griechischen Olymp und die damit verbundenen Moralvorstellungen oder ob wir an Jesus Christus und das befreiende Gebot der Liebe glauben. Dies muss schon als ein fundamentaler Unterschied angesehen werden. Und dann gibt es natürlich auch noch andere Religionen. An die Götter des Olymp zu glauben, sehen heute die meisten Menschen als ausgesprochen unvernünftig an. Wie aber steht es mit dem Glauben an Jesus Christus? Ist es vernünftig, an ihn zu glauben?

Ginge es nur um eine verstandesmäßige Erkenntnis ohne weitere Konsequenzen, könnte ich meine Unkenntnis gelassen hinnehmen. Es geht aber um weit mehr, es geht vielmehr darum, wie bereits festgestellt wurde, dass von den einzelnen Religionen Forderungen an mich gestellt werden, die ich erfüllen soll. Wie aber soll ich dies tun, wenn ich nicht weiß, welches die Forderungen sind, denen ich nachkommen soll? Denn den unterschiedlichen Antworten, die mir geboten werden, entsprechen auch unterschiedliche Forderungskataloge. Und wieder beginne ich, nach der Wahrheit über Gott zu fragen.

Denn wenn Gott Forderungen an mich stellt, ich aber nicht erkennen kann, welches die wirklichen Forderungen Gottes sind, dann besteht doch grundsätzlich die Gefahr, dass ich auf einen falschen Glauben hereingefallen bin und die wirklichen Anforderungen Gottes nicht erfüllt habe. Wie immer ich das Problem drehe und wende, und von welcher Seite ich es betrachte, es bleibt ein wichtiges Anliegen für mich und eigentlich für alle Menschen, die Wahrheit über Gott zu erkennen.

Vom Grundsatz her sah ich drei Möglichkeiten, wie ich dieser Gewissheit des Glaubens näher kommen könnte. Die erste findet ihren Grund in den natürlichen Fähigkeiten der eigenen Person, dieses Ziel durch Überlegungen und Spekulationen zu verfolgen, so wie dies etwa in den sogenannten Gottesbeweisen ausgedrückt wird. Für die zweite Möglichkeit ist eine unmittelbare Offenbarung Gottes vorauszusetzen, die natürlich weit außerhalb unseres Einflussbereiches liegt, über die Gott allein verfügen kann. Der dritte Weg schließlich setzt diese Offenbarung Gottes ebenfalls voraus, ergänzt diese aber durch die Lehre der Kirche. Teil II des Buches (Basis für den Glauben ) beschreibt diese drei Möglichkeiten:

Der erste dieser drei Wege, beschrieben in Kapitel 4 (Erkenntnis), ist dadurch gekennzeichnet, dass der Mensch selbst aktiv versucht, diese Gewissheit mit Hilfe des Verstandes durch logische Überlegungen, also aus den Kräften der eigenen Person zu erlangen. Dieser Weg kommt meiner persönlichen Mentalität weitgehend entgegen. Die so gewonnene Erkenntnis könnte sodann als Begründung für den Glauben dienen. Dies ist der Weg, den Philosophen und Theologen vielfach beschritten haben. Ich bin zwar selbst weder Theologe noch Philosoph, doch ein gewisses Mindestmaß an gesundem Menschenverstand traue ich mir schon zu, zumal ich das Rad ja nicht neu zu erfinden hätte, da andere die wesentlichen Schritte bereits vorgedacht hatten.

Sicherheit könnte, wie in Kapiter 5 (Offenbarung) ausgeführt wird, auch aus einer Offenbarung geschöpft werden, dies wäre der zweite der möglichen Wege. Im zweiten Fall liegt also die Initiative allein bei Gott, der dem Menschen eine Offenbarung zukommen lässt. Natürlich, sobald erst einmal feststünde, dass diese Offenbarung tatsächlich von Gott her stammt, wäre es ja geradezu unvernünftig, an ihrem Wahrheitsgehalt zu zweifeln. Nur, woher sollte ich als Mensch diese Sicherheit nehmen, dass Gott uns Menschen überhaupt eine derartige Offenbarung geschenkt hat. Da es ferner eine Vielzahl von solchen angeblichen Offenbarungen Gottes gibt, die sich weitgehend gegenseitig widersprechen, worin ist das Kriterium dafür zu suchen, dass es gerade die christliche Offenbarung ist, die von Gott stammt.

Der dritte mögliche Weg, auf den sich Kapitel 6 (Lehre) bezieht, setzt die bereits erwähnten Offenbarung Gottes voraus, ergänzt dieselbe jedoch um die Lehre der Kirche. Und in der Tat, die Kirche erhebt sogar den Anspruch, mir gegenüber als Autorität die Wahrheit zu verkünden. Sicherheit und Gewissheit wird in diesem Fall also über andere Menschen vermittelt. Die Frage nach der Offenbarung Gottes selbst wird in diesem Zusammenhang nicht nochmals aufgeworfen, da sie zum zweiten der möglichen Wege gehört.

Erkenntnis, Offenbarung und Lehre, dies sah ich als die drei Möglichkeiten an, aus denen ich mir Sicherheit versprach. Bald jedoch musste ich erkennen, dass auf jedem dieser drei Wege tückische Fußangeln ausgelegt waren. Und so gelangte ich zu der Überzeugung, dass auf diesen drei Wegen das Ziel der Sicherheit, wenn überhaupt, keineswegs leicht zu erreichen sei.