Dr. Gerhard Schuchhardt

Home

Privat

Buch Glaube

Buch Spiele

Weltall

Beruf

Links

Kontakt

Sitemap

Impressum



Besucher:

Heute: 40
Gesamt: 7210
(seit dem 17.07.2005)

Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

2. Zum Begriff des Glaubens

2.1 Glauben in seiner profanen Bedeutung

2.1.1 Zur Definition

Die aus der profanen Umgangssprache stammende Bedeutung des Wortes Glauben lässt sich am ehesten wiedergeben durch die Umschreibung "etwas für wahr halten".

Betrachtet man die Person des Glaubenden, dann ergeben sich zwei Abgrenzungen, einerseits zum Wissen und andererseits zum Zweifeln. Wenn der Betreffende deshalb von einer Sache überzeugt ist, weil er sie eindeutig erkannt hat, dann liegt bei ihm nicht mehr Glauben vor, sondern Wissen. Wenn umgekehrt eine solche eindeutige Erkenntnis fehlt, so liegt objektiv zunächst eine Ungewissheit vor. Diese Ungewissheit führt in subjektiver Hinsicht entweder zu einer mehr oder weniger festen Überzeugung, also zum Glauben, oder aber zum Zweifel. Die Ablehnung beinhaltet übrigens ebenfalls entweder eine eindeutige Erkenntnis oder aber eine mehr oder weniger feste Überzeugung, also einen Glauben, nur eben mit anderem Inhalt. Alle drei Begriffe, nämlich das Wissen, der Glaube und der Zweifel sind an die entsprechende Person gebunden, über den Wahrheitsgehalt des Glaubensinhaltes wird hiermit noch nichts ausgesagt.

Als zweites ist nunmehr der Glaubensinhalt zu betrachten. In den meisten Fällen, wenn man den Begriff Glauben benutzt, denkt man an eine Aussage. Glauben bedeutet in diesem Fall, eine Aussage für wahr zu halten. Es gibt jedoch noch andere Möglichkeiten, den Begriff Glauben zu verwenden. So kann man den Glauben auf eine Person beziehen. Dann kann zum Beispiel mit dem Begriff Glauben ausgedrückt werden, dass der Glaubende dieser Person Vertrauen schenkt, ihr also glaubt. Schließlich kann als Objekt, auf das der Glaube gerichtet wird, sogar eine abstrakte Idee dienen. In diesem Fall kann mit dem Begriff Glauben ausgedrückt werden, dass der Glaubende diese Idee für richtig oder ideal ansieht, sie deshalb bejaht oder sogar für sie zu kämpfen bereit ist.

Man sieht, dass der Begriff des Glaubens schon in seiner profanen Bedeutung unterschiedliche Schattierungen aufweist, wenngleich hier teilweise bereits die Grenze zum Glauben in seiner religiösen Bedeutung tangiert wird. Man könnte noch weiter in die Tiefe gehen, die obigen Andeutungen mögen jedoch genügen.

Es ist zu beachten, dass die Betrachtung dieser ursprünglichen Bedeutung durchaus ein wichtiges und legitimes Anliegen darstellt. Diese ursprüngliche profane Bedeutung ist zwar nicht der wichtigste Aspekt, sie darf aber nicht übersehen werden, ja, sie muss sogar am Anfang der Betrachtung stehen, denn der Glaube in religiöser Bedeutung enthält immer auch eine Komponente aus dieser ursprünglichen, dieser profanen Bedeutung.