Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

1.2 Ein Bekenntnis

Das Buch ist in erster Linie als ein Bekenntnis zu verstehen. Ich schreibe über meine eigene Person, über meinen religiösen Werdegang und über meine inneren Auseinandersetzungen mit dem Glauben. Ich zeige, mit welchen Glaubensproblemen ich zu ringen und wie ich mich zu einem Ergebnis durchgerungen hatte.

Ich schreibe also hautnah über die Probleme, die ich selbst mit dem Glauben auszutragen hatte und auch weiterhin auszutragen habe. Ich schreibe, was und warum ich glaube, und ich schreibe, was und warum ich nicht glaube. Natürlich kann dies für mich nur ein vorläufiges Ergebnis sein, denn in den Grundfragen unseres Seins und Glaubens sind und bleiben wir immer nur auf dem Wege, solange wir leben. Ich versuche also, mich selbst und meinen Glauben (oder Unglauben) möglichst offen und getreu wiederzugeben und zu bekennen. Daher schreibe ich auch weitgehend in der ersten Person, denn ich will mich nicht schamhaft hinter einer unpersönlichen Darstellung verstecken. Es ist eben ein Bekenntnis.

Hierbei versuche ich, zu zeigen, wie ich in einem relativ engherzigen Christentum aufgewachsen war, wie ich sodann auf Probleme stieß, die ich als konkrete Widersprüche verstand, und wie mich dies zunächst nur zum Zweifel am Wahrheitsgehalt einzelner Dogmen geführt hat. Da mir jedoch wegen des Anspruches der katholischen Kirche auf Unfehlbarkeit die Ablehnung einzelner Dogmen nicht möglich erschien, folgte konsequenterweise die Ablehnung der christlichen Offenbarung als Ganzes. Erst von diesem Nullpunkt konnte ich die Suche nach Gott erneut aufnehmen, vielleicht habe ich ihn sogar gefunden. Sicher, die Argumente, die in meinen Augen seinerzeit gegen den Wahrheitsgehalt einzelner Glaubensaussagen sprachen, haben für mich auch heute ihre Überzeugungskraft nicht verloren, ich habe sie vielmehr in meinen Glauben selbst eingebunden. Angesichts dieser Argumente gibt es für mich nämlich nur die Alternative, entweder so zu glauben, wie ich es verstehe, oder überhaupt nicht zu glauben.

Solange ich noch, ohne zu fragen, alles glaubte, was die Kirche zu verkünden hat, gab es für mich in dieser Hinsicht keine Probleme. Hätte ich umgekehrt den Glauben ersatzlos verloren, dann könnte für mich ebenfalls alles klar sein. So aber habe ich den Eindruck, als hätte ich mich zwischen zwei Stühle gesetzt. Denn ich betrachte die Frage nach Gott als die wichtigste und alles entscheidende Frage in meinem Leben. Nur was die Antwort betrifft, so sehe ich zwar einzelne Aspekte, bleibe insgesamt jedoch immer noch auf der Suche.

Heute finde ich meine engsten Freunde unter überzeugten Christen beider Konfessionen. Sie engagieren sich für die Aufgaben ihrer jeweiligen Kirche und pflegen ökumenische Kontakte, wobei auch ich mich aktiv beteilige. Hierbei fällt es mir allerdings schwer, diesen Freunden verständlich zu machen, dass ich ihre Glaubensüberzeugung nicht voll teilen kann.

Es handelt sich bei diesem Buch also um ein Bekenntnis und keinesfalls um ein Sachbuch. Wenn ich hierbei schreibe, wie ich mich mit theologischen Fragen auseinandergesetzt habe, und zu welchen Ergebnissen ich gekommen bin, dann sollte man dies keineswegs als theologisch orientierte Aussagen verstehen. Denn indem ich meine Überlegungen wiedergebe, will ich damit keine Feststellungen treffen. Die theologischen Fragen, die in dem Buch aufgeworfen werden, sind solche Fragen, mit denen ich ringe oder gerungen habe. Die Antworten, die ich gefunden zu haben glaube, sind meine höchst persönlichen Schlussfolgerungen. Sie sollten vom Leser nicht als wissenschaftlich fundierte Antworten missverstanden werden, denn hierzu würde eine größere Fachkompetenz gehören, als ich sie besitze. Sie sind teilweise nicht gerade neu und wissenschaftlich möglicherweise nicht einmal haltbar. Es stellt sich ohnehin die Frage, ob es hierzu überhaupt wissenschaftlich begründete eindeutige Antworten gibt.

Natürlich handelt es sich bei diesem Buch auch nicht um eine Biographie. Meine Person selbst ist für den Leser sicher nicht derart wichtig und interessant, dass hierzu eigens ein Buch geschrieben werden müsste. Einzelheiten über mein Leben werde ich daher nur insoweit berichten, als hierdurch mein Glaubensweg verdeutlicht wird, kurzum, als es zum Verständnis notwendig oder geboten erscheint.

Schließlich soll mit diesem Buch auch keineswegs versucht werden, den Leser zu überzeugen oder zu meiner Ansicht zu bekehren. Nichts liegt mir ferner, als eine andere Religion, eine neue Sekte oder auch nur eine veränderte Sichtweise begründen zu wollen. Ich will nicht bekehren, denn ich wüsste nicht, dass Gott mir einen derartigen Auftrag gegeben hätte.

Mir geht es vielmehr darum, aufzuzeigen, wie eine Person um den Glauben ringt, zu welchen Schlussfolgerungen sie hierbei gelangt, und wie sie mit diesen Schlussfolgerungen umgeht. Indem ich die Argumente ausführlich darlege, die mich zu diesen Schlussfolgerungen geführt haben, soll damit keine Überzeugungsarbeit geleistet, sondern lediglich gezeigt werden, dass ein Mensch, der ein anderes Glaubensverständnis besitzt, gute und aus seiner Sicht plausible Gründe hierfür haben mag. Ein anderer Mensch, der ebenfalls um den Glauben ringt, mag zu völlig anderen Ergebnissen gelangen. Es ist also die Toleranz, das Verständnis für den anderen, auf das meine Ausführungen letztlich gerichtet sind.