Dr. Gerhard Schuchhardt

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Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert am 13.05.2012

 

1. Ein Ungläubiger bekennt seinen Glauben - wie ist das möglich ?

1.1 Ein Widerspruch ?

"Ein Ungläubiger bekennt seinen Glauben" - wie ist das überhaupt möglich? Ein Glaubensbekenntnis setzt ja zwingend voraus, dass der betreffende Mensch glaubt. Wie kann er dann ein Ungläubiger sein?

Ich könnte nun diesen Titel verteidigen und behaupten, dass es sich nur um einen scheinbaren Widerspruch handle. Als Argument könnte ich auf die unterschiedliche Bedeutung hinweisen, die in der deutschen Sprache das Wort Glauben hat. Die profane Bedeutung, die im täglichen Leben regelmäßig Verwendung findet, bedeutet einfach, etwas "für wahr Halten". Im religiösen Bereich hingegen wird dem Wort Glauben vielfach eine wesentlich komplexere Bedeutung gegeben. Hinzu kommt, dass der Begriff des Ungläubigen in der Regel nicht vom absoluten Nichtglauben her, sondern aus dem Inhalt des jeweils eigenen Glaubens verstanden wird. So nennt der Christ den Buddhisten vielfach einen Ungläubigen und der Mohammedaner seinerseits den Christen. Auch ist es kaum vorstellbar, dass bei der Schilderung im Johannesevangelium der "Ungläubige Thomas" etwa nicht an Gott geglaubt hätte. Es war lediglich die Auferstehung Jesu, an die er nicht glaubte.

Doch gleichgültig, ob dieser Titel in semantischer Hinsicht einen Widerspruch enthält oder nicht, wesentlich ist, was mit dem Titel ausgesagt werden soll. So besteht der Titel aus den drei Begriffen Glaube, Bekenntnis und Ungläubiger. In erster Linie ist das Buch ein Bekenntnis, und zwar ein Bekenntnis des Autors selbst. Ich schreibe über meinen Glauben, ich schreibe, was und warum ich glaube, und ich schreibe, was und warum ich nicht glaube. Da dieser Glaube erheblich von den gängigen Glaubensvorstellungen abweicht, darf man mich im üblichen Sprachgebrauch auch zu Recht einen Ungläubigen nennen.

Das Anliegen, das im Zentrum meiner Überlegungen steht, das vor allem aber auch den Mittelpunkt meines Lebens ausmacht, hat Mahatma Gandhi so formuliert:

Es gibt unzählige Definitionen von Gott. Doch ich bete ihn nur als Wahrheit an.
Wenn ich also etwas glauben soll, so stellt sich mir zunächst die Frage, ob das, was ich glauben soll, auch der Wahrheit entspricht. Wenn ich hierbei wüsste, dass die entsprechende Aussage von Gott kommt, gäbe es für mich natürlich nicht den geringsten Grund, an einem solchen Wort Gottes zu zweifeln. Die für mich entscheidende Frage allerdings ist die, ob das, was ich glauben soll, wirklich von Gott stammt oder lediglich von Menschen.